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| 02:39 Uhr

Heintz + Hentke = Hoffnung

Philip Heintz hat keine Angst vor einem Leistungseinbruch: "Ich bin in einer ähnlichen Verfassung wie bei den deutschen Meisterschaften."
Philip Heintz hat keine Angst vor einem Leistungseinbruch: "Ich bin in einer ähnlichen Verfassung wie bei den deutschen Meisterschaften." FOTO: DPA
Budapest. Die Tränen von Rio sind getrocknet, der Blick ist zuversichtlich nach vorne gerichtet: Philip Heintz und Franziska Hentke zählen als Weltjahresbeste ein Jahr nach ihren persönlichen Enttäuschungen bei Olympia zu den großen Medaillen-Hoffnungen der deutschen Schwimmer bei der WM. "Ich bin gut drauf", sagt Heintz. dpa/noc

Chefbundestrainer Henning Lambertz nennt den 26-Jährigen, der wie Hentke am Mittwoch in Budapest startet, "unser heißestes Eisen im Feuer". Neben Lagenspezialist Heintz und Schmetterlings-Schwimmerin Hentke ist wohl höchstens noch bei Marco Koch über 200 Meter Brust Edelmetall möglich.

Heintz präsentiert sich in Budapest selbstbewusst und fokussiert. "Wenn ich auf die Startbrücke gehe, bin ich ein anderer Mensch", erklärt der Heidelberger, der von sich selbst sagt, "immer gute Laune zu haben". In puncto mentale Stärke setzt er auch auf professionelle Unterstützung. "Wenn ich mal reden will, rufe ich als erstes meine Freundin an und dann meinen Psychologen", sagt er. "Er bereitet mich auf alles vor." Bevor Heintz ins Wasser springe, sei er "zu 100 Prozent der Meinung, dass ich das schaffe".

Nach seiner famosen Leistung bei den deutschen Meisterschaften im Juni in Berlin, wo er in 1:55,76 Minuten die Weltjahresbestzeit über 200 Meter Lagen aufstellte, hatte Heintz noch Sorge, die Form bis zur WM halten zu können. Bei den nationalen Titelkämpfen musste er sich topfit präsentieren, um die als Reaktion auf das schwache Abschneiden bei Olympia verschärften Qualifikationsnormen zu knacken - in Brasilien hatte es zum zweiten Mal nacheinander keine Medaille für die deutschen Beckenschwimmer gegeben.

Die Angst vor einem Leistungseinbruch hat er nun nicht mehr. "Ich bin in einer ähnlichen Verfassung wie bei den deutschen Meisterschaften", versichert er. Eine Zeit von "1:56-Mitte" sei drin. "Dafür muss ich nicht den besten Tag meines Lebens haben."

Vielleicht nicht den besten Tag seines Lebens, aber zumindest keinen schlechten hatte Heintz bei seinem sechsten Platz in Rio. In 1:57,48 Minuten hatte er den damaligen deutschen Rekord verbessert - und war trotzdem nachher untröstlich. Wie auch Hentke, die nach ihrem Halbfinal-Aus über 200 Meter Schmetterling bitterlich geweint hatte. Hentke war in Topform nach Rio gereist - genau wie jetzt nach Budapest. In 2:06,18 führt sie die Weltrangliste an.

Rio hat sie nach eigener Aussage "abgehakt", für Ungarn ist sie "optimistisch". Die 28-Jährige weiß allerdings auch, dass der Spitzenplatz in der Rangliste für die Rennen in der Duna Aréna keinen großen Wert hat. "Die anderen werden alle noch eine Schippe drauf legen", sagt sie.

Einen konkreten Rang oder gar Bronze, Silber oder Gold geben weder Heintz noch Hentke als Ziel vor. "Ich habe schon im Kopf, was ich vorhabe", sagt Heintz als die laut Chefbundestrainer Lambertz größte deutsche Edelmetall-Hoffnung: "Ich will mein Rennen schwimmen." Hentke setzt sich ebenfalls nicht durch eigene Vorgaben unter Druck. Das Ziel sei eine persönliche Saisonbestleistung, meint sie.