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| 11:02 Uhr

Junioren-Etappenfahrt in Cottbus
Cottbuser Hannes Wilksch träumt von der Tour

 Der 17-Jährige Hannes Wilksch will auch am Wochenende bei der Junioren-Etappenfahrt rund um Cottbus ganz vorne mitfahren. Er fühle sich gut, trainiere hart und sei gut vorbereitet, sagt der Jungprofi.
Der 17-Jährige Hannes Wilksch will auch am Wochenende bei der Junioren-Etappenfahrt rund um Cottbus ganz vorne mitfahren. Er fühle sich gut, trainiere hart und sei gut vorbereitet, sagt der Jungprofi. FOTO: Wilksch
Cottbus. Wenn am Freitag die 44. Junioren-Etappenfahrt vom RSC Cottbus startet, wird auch Hannes Wilksch an den Start gehen. Für den 17-Jährigen Radprofi hat das Rennen vor heimischer Kulisse einen besonderen Stellenwert. Von Josephine Japke

Fragt man Hannes Wilksch, was er mit dem Radsport verbindet, antwortet er nach einiger Überlegung: „Spaß, Freunde, Erfolg.“ Die Reihenfolge, so sagte er erst, spielt dabei keine Rolle – und dennoch ist es bezeichnend, dass er sie in dieser nennt. Immerhin baue eines auf dem anderen auf. „Ich brauche Leute, die mich unterstützen, ohne meine Teamkollegen kann ich keinen Erfolg haben. Und auch ohne Spaß geht das nicht“, erklärt Hannes.

Erfolg, das sind für den 17-jährigen Wahl-Cottbuser gute Ergebnisse und die kontinuierliche Verbesserung der eigenen Leistung. Aber auch Niederlagen wegzustecken und Sturzpech zu verdauen. Um erfolgreich zu sein, lebt der Jugendliche mit einigen Entbehrungen.

Für den Radsport nach Frankfurt und Cottbus

In Strausberg bei Berlin groß geworden, wechselte Hannes für die Rad-Karriere zur Sportschule nach Frankfurt/Oder. Weil er dort das Abitur nicht machen konnte, ging es im Oktober 2016 an die Sportschule nach Cottbus. Seitdem lebt er im Internat und sieht seine Familie nur selten. Heimatbesuche sind rar. Zeitlich wäre das auch gar nicht möglich: „Eigentlich haben wir nur montags und freitags frei. Und selbst da haben wir dann länger Schule und Dehnungsübungen“, beschreibt Hannes sein Trainingspensum, ohne sich zu beschweren. Das bringe der Sport nun mal so mit sich. „Wer das eine will, muss mit dem anderen leben“, stellt er reflektiert fest.

Auch deshalb ist die Junioren-Etappenfahrt vom 12. bis 14. April rund um Drebkau, Drachhausen, Dissen und Cottbus so wichtig. „Es ist direkt vor der Haustür und meine Familie und Freunde werden am Rand stehen und zuschauen“, erklärt Hannes. Doch nicht nur das: internationale Mannschaften gehen an den Start, Trainer und Scouts beobachten das Event ganz genau und gute Ergebnisse könnten für die Nominierung zur Nationalmannschaft entscheidend sein. „Ich bin gut vorbereitet, fühle mich gut und arbeite seit einiger Zeit auf ein bestmögliches Ergebnis hin“, beschreibt Hannes sein Training, ohne konkret zu sagen, was er sich von dem Wochenende erhofft. Nur so viel: „Natürlich will ich vorne mitfahren.“

Etappe am Waldhotel für Zuschauer wie gemacht

Während für ihn das Zeitfahren eine wichtige Rolle spielt, glaubt er, dass für die Zuschauer die Etappe am Waldhotel besonders attraktiv ist. „Dort fahren wir 40 Runden im Kreis, weshalb die Zuschauer uns oft sehen und mehr vom Rennen mitkriegen“, erklärt er. Die Stimmung sei super und die Veranstaltung eine tolle Sache – auch wenn er, zugegebenermaßen, davon selbst nicht viel mitbekommt. Zu groß sind Konzentration und Adrenalin vor und während des Rennens, zu schnell auch die Geschwindigkeit, mit der sich die Radsportler bewegen: „Auf einer normalen Etappe können das schon mal 45 Stundenkilometer werden.“

Die Etappenfahrt ist nur einer von vielen Wettkämpfen, die Hannes Wilksch jährlich bestreitet. 2600 Rennkilometer stehen auf seinem Konto nach der Saison 2017/18. Dazu unzählige Trainingseinheiten. Der Vorteil? „Man kommt viel rum, sieht viel von der Welt. Ich war in Brüssel, Holland, Tschechien, Polen, der Schweiz und Spanien“, zählt Hannes nur einige Orte auf. Einen Nachteil gibt es für den 17-Jährigen nicht wirklich. Klar, das ist harte Arbeit. Und natürlich macht nicht jedes Training Spaß. Manchmal müsse er sich auch quälen. Aber was soll’s. „Man muss sich bewusst sein, wofür man das macht und wo man hin will“, erklärt Hannes.

Erst die WM, dann Olympia

Er selbst hat einen genauen Plan: In diesem Jahr steht die Weltmeisterschaft ganz oben auf der Prioritätenliste des Schülers. Sein Traum ist, ganz klar, die Tour de France oder Olympia – „so wie von jedem Radsportler“, meint er. „Dazwischen stehen noch viele kleine Ziele und Etappen, die ich meistern muss“, erklärt Hannes. Die Junioren-Etappenfahrt ist da erst der Anfang.