ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 11:02 Uhr

Handball
HC Spreewald verzichtet auf Aufstieg

Drei Spieltage vor Ende der Saison hatten die Brandenburgliga-Handballer des HC Spreewald die Meisterschaft perfekt gemacht und durften vorzeitig den Titel feiern. Auf den Aufstieg verzichtet das Team aber.
Drei Spieltage vor Ende der Saison hatten die Brandenburgliga-Handballer des HC Spreewald die Meisterschaft perfekt gemacht und durften vorzeitig den Titel feiern. Auf den Aufstieg verzichtet das Team aber. FOTO: Robert W. Naase / Photographer: Robert W. Naase
Lübben. Der HC Spreewald wird trotz sportlicher Qualifikation nicht in die Handball-Oberliga aufsteigen. Der Verein macht wirtschaftliche Gründe dafür verantwortlich. Von Sven Hering

In Lübben soll am Samstag groß gefeiert werden. Die Handballer des HC Spreewald haben schon vor dem letzten Spieltag den Meistertitel in der Brandenburgliga perfekt gemacht. „Eine grandiose Saison findet am Samstag ihren Abschluss“, sagt Christian Dressel, erster Vorsitzender des Vereins. Mit nur einer Niederlage habe die erste Männermannschaft eine überragende Spielzeit hingelegt. Mit dem ersten Meistertitel für den HC Spreewald sei ihr zudem Historisches gelungen.

Und trotzdem wird sich ein wenig Traurigkeit in die Meisterfeier mischen. Denn der Verein spielt auch in der nächsten Saison in der Brandenburgliga und verzichtet damit auf den Aufstieg in die sportlich durchaus attraktive Ostsee-Spree-Liga. Diese Entscheidung, so Christian Dressel in einer Erklärung, habe der Vorstand nach vielen Gesprächen gemeinsam mit der ersten Männermannschaft und den Trainern getroffen.

Schon die letzten Jahre seien vor allem vom Idealismus vieler Spieler geprägt gewesen. Dressel: „Es ist kein Geheimnis, dass beim HC Spreewald kein Geld zu verdienen ist.“ Nicht wenige der Spieler hatten die Möglichkeit, höherklassig zu spielen. „Viele hatten lukrative Angebote und doch haben sie uns immer die Treue gehalten.“ Einige Spieler seien viermal die Woche aus Dresden oder Berlin gekommen, weil es für sie nichts Größeres gebe, als für den HC Spreewald in ihrer Heimat zu spielen. „Für diese Spieler tut es mir besonders Leid, dass wir jetzt zusammen einsehen mussten, dass unser Traum nicht realisierbar ist“, erklärt der Vereinschef.

Die Handballregion Südbrandenburg stehe am Scheideweg. So sei für alle Vereine – mit Ausnahme des LHC Cottbus – die Ostsee-Spree-Liga reine Utopie. Ein Aufstieg wäre für den HC Spreewald nur mit erheblichem finanziellen Aufwand möglich. „Dieses finanzielle Risiko steht nicht nur unserer Philosophie entgegen, sondern könnte auch unseren Verein gefährden. Dabei denken wir auch insbesondere an unsere hervorragende Kinder- und Jugendarbeit“, sagt Dressel. Die vielen abschreckenden Beispiele der Vergangenheit zeigten, wie schnell ein Verein von der Bildfläche verschwinden könne, wenn falscher Ehrgeiz auf Missmanagement treffe. „Dieses Risiko können und wollen wir nicht eingehen“, betont der Vereinschef.

Für diese Entscheidung ernten die Lübbener durchaus Verständnis. So schreibt der LHC Cottbus im sozialen Netzwerk „Facebook“: „Respekt für eine tadellose Saison und diese schwere Entscheidung. Ich weiß wie es den Verantwortlichen des HCS jetzt geht und wünsche ihnen weiterhin viel Erfolg im Namen des LHC-Teams, welches vor einem Jahr eine ähnlich tragische Entscheidung im Sinne des Vereins mittragen musste. An dieser Stelle Respekt allen betroffenen Spielern und Trainern des HCS und des LHC.“

Doch wie geht es bei den Spreewälder Handballern weiter? Mit welcher Motivation geht das Team in die neue Saison? Christian Dressel betont: „Wir werden weiter hart für unseren Traum von der vierten Liga arbeiten.“ So soll vor allem die erfolgreiche Jugendarbeit ausgebaut werden. Der Verein will die eigenen Strukturen weiter optimieren. Dressel: „Wir werden alles in unserer Kraft stehende tun, um von dieser Jugendarbeit nachhaltig zu profitieren und unseren Kindern und Jugendlichen hier eine sinnvolle Freizeitgestaltung sowie Persönlichkeitsentwicklung in unserem Verein zu ermöglichen.“

Die Meisterfeier am Samstag soll dennoch zu einem Erlebnis werden. „Wir sind Meister – und das kann uns niemand mehr nehmen“, erklärt der Vereinschef.