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| 11:02 Uhr

Interview
Cottbuser WM-Manager Auth: „Wir sind mehr als zufrieden“

 Matthias Auth
Matthias Auth FOTO: derballsportler.com
Berlin. Matthias Aut, der Verwaltungsrats-Chef des FC Energie Cottbus, leitet bei der Handball-Weltmeisterschaft in Berlin das Organisationskomitee – und ist vor dem Start am Donnerstag guter Dinge. Von Thomas Juschus

An diesem Donnerstag beginnt die Handball-WM in Deutschland und Dänemark. Am Standort Berlin laufen die Fäden im Organisations-Komitee beim Cottbuser Matthias Auth zusammen. Im Interviews mit der RUNDSCHAU spricht der 51-Jährige über den Stand des Vorverkaufs und Lehren aus der Heim-WM 2007.

Herr Auth, die deutsche Handball-Nationalmannschaft eröffnet am Donnerstag in der Berliner Mercedes-Benz-Arena gegen eine gemeinsame Auswahl von Nord- und Südkorea die Weltmeisterschaft. Ist Berlin bereit für die WM?

Auth Ja. Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Handball-Bund, der Berliner Senatsverwaltung und der Arena ist hervorragend gelaufen. Wir sind seit zwölf Monaten als ein Team mit der Organisation beschäftigt und guter Dinge, dass alle Aufgaben, die anstehen, gut umgesetzt werden können.

Die Gruppe A mit Deutschland, Frankreich, Serbien, Russland, Brasilien und Korea trägt vom 10. bis 17. Januar an sechs Tagen 15 Vorrundenspiele in Berlin aus. Wie ist der Stand beim Karten-Vorverkauf?

Auth Wir sind aktuell bei einer Auslastung von 96 Prozent über alle fünf Spieltage – wir sind also noch nicht komplett ausverkauft. Auf unserer Website www.handball19.com informieren wir täglich über den aktuellen Stand.

Im Vergleich zu den weiteren Vorrunden-Standorten München sowie Herning und Kopenhagen in Dänemark liegen Sie mit dieser Quote aber sicher vorn, oder?

Auth Das kann ich gar nicht beantworten, weil ich die anderen Verkaufszahlen nicht kenne. Bezogen auf Berlin sind wir natürlich mehr als zufrieden. Ich sehe dafür zwei Gründe: Zum einen trägt die deutsche Mannschaft alle ihre Vorrundenspiele in Berlin aus. Das ist natürlich ein Vorteil. Zum anderen sind die Menschen aus der Stadt Berlin und der Region aber auch sehr, sehr sportbegeistert – nicht umsonst sprechen wir von der Sportmetropole Berlin.

Bei der Heim-WM 2007 in Deutschland gab es ebenfalls volle Hallen, die Euphorie nach dem WM-Sieg ist aber relativ schnell verpufft und nicht in den Vereinen angekommen. Teilen Sie diese Einschätzung?

Auth Das würde ich so sehen.

Warum ist die Euphorie damals so schnell verpufft?

Auth Eine voll besetzte Mercedes-Benz-Arena ist natürlich schön, alle Beteiligten wollen diesmal aber mehr tun. 2007 waren alle nicht gut genug auf die stärkere Nachfrage vorbereitet, die Strukturen dafür waren noch nicht geschaffen. Das ist diesmal deutlich, deutlich anders. Es ist eines der großen Ziele, dass die WM nachhaltig wirkt und sich positiv auf die Mitgliederzahlen des DHB und damit auf den Handballsport auswirkt. In Deutschland, in Berlin und Brandenburg. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass sich Kinder und Jugendliche vermehrt für den Handballsport begeistern können. Es wird deshalb während des Turniers Aktionen geben, beispielsweise mit Grundschulen, die in der benachbarten Verti-Music-Hall eine Mini-WM nachspielen. Ein weiterer Cluster: Der DHB und der Berliner Verband werden auch Workshops anbieten für junge Menschen, die sich für ein Ehrenamt interessieren.

In der Verti-Music-Hall wird es darüber hinaus eine Fan-Zone geben, in der sich Besucher auch ohne WM-Ticket über den Handball-Sport informieren können, oder?

Auth Ja, dort gibt es zahlreiche Angebote wie zum Beispiel einen Walk of History, ein Mini-Spielfeld, Infos vom Verband, eine Vereinsfinder-App oder die Radio Energy-Bühne, auf der es auch einige Interviews geben wird. Und eben die Mini-WM – die wird eines der Highlights werden.

Für den Erfolg einer WM ist immer auch das sportliche Abschneiden wichtig. Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

Auth Mein Job ist die WM am Standort Berlin zu organisieren. Ich gehöre nicht zu den sportlich Verantwortlichen. Als Privatperson wünsche ich mir natürlich, dass die deutsche Mannschaft das Halbfinale erreicht. Dann ist alles möglich.