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Hamilton mitten im Champions-Club

Formel 1 auf Amerikanisch: Mehr als 100 000 Zuschauer waren in Austin live dabei, darunter viele Promis. Hollywood-Star Gerard Butler (r.) ließ es sich nicht nehmen, mit Lewis Hamilton zu feiern.
Formel 1 auf Amerikanisch: Mehr als 100 000 Zuschauer waren in Austin live dabei, darunter viele Promis. Hollywood-Star Gerard Butler (r.) ließ es sich nicht nehmen, mit Lewis Hamilton zu feiern. FOTO: dpa
Austin. Nico Rosberg bleibt auch nach seinem zweiten Platz in Austin und vor dem möglichen Titelgewinn seiner Maxime treu: nicht an den WM-Coup denken oder davon reden. Verfolger Lewis Hamilton verspricht nach seiner US-Show: "Ich gebe nicht auf." Jens Marx

Lewis Hamilton genoss den exquisiten Champions-Club. Nico Rosberg musste nach dem verpassten Sieg in den USA dagegen um Aufmerksamkeit kämpfen. In einer Woche könnte das ganz anders sein, dann geht es für den 31 Jahre alten Deutschen zur möglichen Titelentscheidung der Formel 1 nach Mexiko.

Gewinnt Rosberg wie vor einem Jahr und Hamilton wird maximal Zehnter, ist Rosberg Weltmeister. "Natürlich bin ich mir dessen bewusst, es ist eine offensichtliche Rechnung, die jeder anstellt", sagte Rosberg in Austin mit lauter Stimme.

Edwin Moses als Beobachter

Unruhe hatte sich breitgemacht im Motorhome von Mercedes. Skistar Lindsey Vonn hatte die Teamunterkunft nach Hamiltons ruhiger, aber entschlossener Kampfansage am Sonntag knapp zwei Stunden nach Rennende verlassen, Tennis-Ass Venus Williams widmete sich ihrem Essen. Von einem Sessel aus beobachtete die ehemalige Hürdenikone Edwin Moses Rosbergs Ausführungen. Hamilton, gut gelaunt inmitten von Freunden und Bekannten in seiner zweiten Heimat USA, hatte sich nach nebenan zurückgezogen.

Sieben Punkte machte Hamilton durch seinen Sieg vor Rosberg und Daniel Ricciardo von Red Bull sowie dem viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel im Ferrari gut. Sieben von 33. 26 Punkte Vorsprung hat Rosberg damit vor den abschließenden drei Rennen am Sonntag in Mexiko sowie danach in Brasilien und Abu Dhabi. So kurz vor dem großen Ziel will er seine Herangehensweise weiterhin nicht ändern und keine Gedanken an den WM-Titel verschwenden. "Ich will mich auf Mexiko und den Sieg dort beim Rennen konzen trieren", betonte er.

Hinter Schumacher und Prost

In Austin klappte es nicht. "Ich wollte ihn gewinnen, aber das hab' ich nicht, das muss ich akzeptieren." Platz zwei ordnete Rosberg als Schadensbegrenzung ein, nachdem er neun der 18 bisherigen Saisonrennen für sich entschieden hat. Hamilton kommt nun auf sieben Saisonsiege, in Austin gewann er vier der fünf bisherigen Rennen.

Dieser Erfolg in den USA war dennoch ein besonderer. "Ich hatte ganz vergessen, dass es der 50. sein würde", meinte der 31-Jährige, der zuletzt am 31. Juli ausgerechnet Rosbergs Heimrennen in Deutschland gewonnen hatte. "Es ist ein bisschen surreal", sagte Hamilton - nur Michael Schumacher mit 91 und Alain Prost mit bloß einem Sieg mehr als Hamilton standen in ihren Karrieren öfter auf dem obersten Podestplatz.

Souverän fuhr Hamilton von der Pole zum Sieg - vor einem bemerkenswerten Publikum, das selbst den Briten begeisterte: "So viele Champions hier." Rivale Rosberg könnte schon am Sonntag dazugehören.