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Haas erkämpft sich mit Überstunden einen freien Tag

London.. Die Lampen in Wimbledon gingen schon an, aber Thomas Haas und Benjamin Becker standen noch immer auf dem „Heiligen Rasen“. Rings umher waren die Spiele längst unterbrochen worden und die Planen über die Plätze gezogen.

Doch die beiden deutschen Tennisprofis mühten sich unaufhörlich, trotz Dämmerung und feuchten Rasens die dritte Runde zu erreichen. "Ich wollte das Match unbedingt beenden", sagte Haas und rieb sich nach seinem 6:3, 6:4, 7:6 (7:4)-Erfolg gegen den Briten Richard Bloomfield zufrieden die Hände.
Nach dem verregneten Eröffnungstag und dem Mammut- Spielplan an den folgenden Tagen wollte Haas endlich eine Pause haben. "Die Warterei hier war ziemlich nervig. Aber jetzt habe ich wenigstens einen Tag frei, kann mich ausruhen und meine Schulter pflegen", sagte der 28-Jährige. Während Haas auf den Matchball noch am Mittwochabend drängte, machte Debütant Benjamin Becker bis zum "Abpfiff" einfach nur mit, statt auf einen Abbruch wegen Dunkelheit zu bestehen.
"Vielleicht bin ich zu unerfahren", meinte der 25-Jährige. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge schied der Saarländer aus. Lachend, weil ihm das 4:6, 7:6 (9:7), 6:4, 3:6, 7:9 gegen den starken Spanier Fernando Verdasco zeigte, dass "ich auch mit solchen Leuten mithalten kann". Weinend, weil der Qualifikant vor den Augen seines Namensvetters Boris Becker gerne mehr Fortune gehabt hätte.
Das Glück musste Thomas Haas gegen den Weltranglisten-259. Bloomfield nur einmal in Anspruch nehmen. "Nur gut, dass ich beim Stand von 2:4 im Tiebreak fünf gute Punkte geschafft habe", sagte der Hamburger, der erstmals seit 2000 wieder die dritte Runde erreicht hat. Den Fluch von Wimbledon, der ihn die vergangenen Jahre begleitet hat, scheint Haas besiegt zu haben. "Ich will zum ersten Mal in die vierte Runde kommen", sagte Haas. (dpa/tus)