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| 02:40 Uhr

Gutes Bauchgefühl "speziell für die Vicky"

Viktoria Rebensburg ist nach einem holprigen Saisonstart nun besser in Form. Aber reicht das für eine WM-Medaille?
Viktoria Rebensburg ist nach einem holprigen Saisonstart nun besser in Form. Aber reicht das für eine WM-Medaille? FOTO: dpa
St Moritz. Der Deutsche Skiverband will bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz drei Medaillen. Sehr gute Chancen auf die erste davon gibt es zum Auftakt im Super-G. Viktoria Rebensburg demonstriert vor dem Rennen große Gelassenheit – weiß aber genau, worum es geht. Maximilian Haupt / dpa/jal

Viktoria Rebensburg hat eine lila Kappe auf dem Kopf und lacht. Über die junge Kira Weidle neben ihr, die im Scherz erklärt, auch deswegen froh zu sein über ihre erste WM-Nominierung, damit Deutschlands beste Skirennfahrerin nicht so alleine ist. Über Trainer Markus Anwander, der davon berichtet, mehr Streicheleinheiten als Rebensburg von ihm könne eine Sportlerin gar nicht bekommen vor einem solchen Großereignis wie den Weltmeisterschaften in St. Moritz. Rebensburg lacht auch über sich selbst, weil sie beim Kniffeln immer gegen Weidle verliert. "Das sind aber auch ihre Würfel, mit denen stimmt etwas nicht", behauptet sie. Kurzum: Sie ist gut drauf.

Rebensburg, so scheint es, will vor dem WM-Auftaktrennen am Dienstag (12 Uhr/ZDF und Eurosport) zumindest unterbewusst eine Botschaft aussenden. An die Konkurrenten und vielleicht auch an sich selbst: Ich bin locker, ich habe Spaß und ich bin bereit. Von dem ganzen Tohuwabohu bei Weltmeisterschaften und dem sprunghaft steigendem Interesse an ihrer Person bloß nicht verrückt machen lassen.

Rebensburg kennt das inzwischen, St. Moritz ist ihre sechste WM. Die 27-Jährige weiß deswegen aber auch: "Bei Weltmeisterschaften geht es um Medaillen, das zählt. Das hat jeder im Kopf. Das ist bei mir genauso."

Und Rebensburg ist sich vollkommen bewusst darüber, dass sie im Super-G sofort eine gute Gelegenheit hat, nach Silber im Riesenslalom vor zwei Jahren ihre zweite WM-Plakette einzufahren. "Natürlich hoffe ich, dass ich ein Wörtchen mitreden kann", sagt sie vor dem WM-Start.

Bundestrainer Anwander geht fest von einer erfolgreichen ersten Woche aus. "Es ist in jeder Disziplin was drin, speziell für die Vicky. Wir haben nicht unbedingt das Glück auf unserer Seite gehabt die letzten Wochen. Mein Bauchgefühl sagt mir, das drehen wir jetzt", erzählt er. Was er meint: Nachdem der Saisonstart in der Vorbereitung sehr holprig verlief, ist Rebensburg seit dem Jahreswechsel wieder in guter Form - hat Podestplätze aber dennoch oft verschenkt. Meistens, weil sie schnell unterwegs war und dann wegen zum Teil ganz einfacher Fehler ausgeschieden ist. "Ich sehe auf alle Fälle eine gute Entwicklung", betont sie nun.

Neben Super-G und Abfahrt zählt sie auch zum Ende der WM im Riesenslalom zu den Kandidatinnen auf eine Medaille. Anwander beurteilt seine beste Athletin inzwischen in allen drei Disziplinen als gleich stark. Die größten Rivalen um die Plätze bei der ersten Siegerehrung sind Lara Gut aus der Schweiz, Tina Weirather aus Liechtenstein und die Italienerin Sofia Goggia. Gut gewann drei der vier Super-Gs im Weltcup, Weirather stand in drei der vier Saisonrennen auf dem Podest, Goggia zweimal. Aber auch US-Skistar Lindsey Vonn hat Rebensburg auf der Rechnung, "wobei ich sie in der Abfahrt stärker einschätze als im Super-G".

Ein guter Auftakt wäre für Rebensburg sicher ein Mutmacher für die folgenden Aufgaben, "da sind alle Sportler gleich", sagt sie. "Natürlich wäre es nicht schlecht, wenn es schon mal in die richtige Richtung geht. Aber jedes Rennen geht bei Null los." Das gilt auch bei einer WM.

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Zu viel Schnee fürs AbfahrtstrainingDer Skiweltverband FIS hat in St. Moritz die ersten Abfahrtstrainings für die Herren und Damen gestrichen. Grund war zu viel Neuschnee aus der Nacht und die weitere Vorhersage mit viel Wind im oberen Streckenteil. Bis zum Abfahrtsrennen am Samstag bleiben den deutschen Fahrern Andreas Sander, Josef Ferstl und Thomas Dreßen noch maximal zwei Trainingsfahrten. Viktoria Rebensburg und Kira Weidle kommen bis zu ihrem Abfahrtsrennen am Sonntag noch auf theoretisch drei Trainings. Öffentlich-rechtliche Sender wechseln sich abDas ZDF beginnt an diesem Dienstag mit dem Super-G der Damen die umfangreichen Live-Übertragungen von den alpinen Ski-Weltmeisterschaften in St. Moritz. Das Zweite überträgt in der ersten WM-Woche, die ARD übernimmt am 14. Februar und beginnt mit dem Team-Event.

Die 27-jährige Olympiasiegerin erlebt in St. Moritz mittlerweile ihre sechste Weltmeisterschaft.
Die 27-jährige Olympiasiegerin erlebt in St. Moritz mittlerweile ihre sechste Weltmeisterschaft. FOTO: dpa