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| 18:30 Uhr

FUSSBALL
Lübben wehrt sich gegen Rassismus-Vorwürfe

Luc-Stephane Nkok, hier in einem früheren Spiel, ist einer der drei dunkelhäutigen Spieler bei der TSG Bernau.
Luc-Stephane Nkok, hier in einem früheren Spiel, ist einer der drei dunkelhäutigen Spieler bei der TSG Bernau. FOTO: Sergej Scheibe / MOZ/Sergej Scheibe
Bernau/Lübben. Beim Brandenburgligisten Grün-Weiß sollen sich ein Spieler und einige Zuschauer gegen Bernau fremdenfeindlich verhalten haben. Von Mirjam Danke und Jan Lehmann

Der Fußball-Brandenburgligist Grün-Weiß Lübben muss sich nach dem 2:2 (1:0) gegen die TSG Einheit Bernau mit Rassismus-Vorwürfen auseinandersetzen – bei den Spreewäldern wehrt man sich aber gegen eine Pauschalverurteilung.

Einem Bericht der Märkischen Oderzeitung (MOZ) zufolge sollen die dunkelhäutigen Spieler der Bernauer rassistisch beleidigt worden sein. So soll sich im Vorfeld der Partie einer der Grün-Weiß-Akteure geweigert haben, den drei dunkelhäutigen Bernauer Spielern, wie sonst vor dem Spiel üblich, die Hand zu geben.

Der Sportliche Leiter der TSG, Olaf Skotnik, der selber nicht vor Ort im Spreewald war, berichtet in der MOZ: „Die Spieler haben mir erzählt, dass er seine Hand bei ihnen weggezogen habe.“

Zudem sollen auch die Zuschauer in Lübben unangenehm aufgefallen sein. Sätze wie: „Geh zurück nach Afrika, du Neger“, sollen laut Skotnik gefallen sein. Der betont indes, dass er keineswegs den Gesamtverein Grün-Weiß Lübben schädigen wolle. „Die anderen Spieler und der Trainer waren absolut in Ordnung“, sagt er.

In Lübben sorgen diese Vorwürfe für Wirbel. Mike Friedrich, sportlicher Leiter bei Grün-Weiß, stellte am Montagabend auf RUNDSCHAU-Nachfrage klar: „Unser Verein distanziert sich klar von rassistischer Diskriminierung.“ Er begründete, warum der Verein sich bis dahin noch nicht zu den Vorfällen geäußert habe: „Uns liegt bis jetzt keine offizielle Information beziehungsweise Anzeige vor. Wir wollen dieses Thema keinesfalls verharmlosen. Aber uns ist die Tragweite emotionaler Aussagen bewusst.“

Friedrich betonte: „Unser Wissen basiert nur auf den verschiedenen Zeitungsberichten. Uns verwundert die Vorgehensweise des sportlichen Leiters der TSG Bernau sehr. Bei dieser Art von Vorwürfen hätten wir uns gewünscht, dass erst einmal unser Verein informiert worden wäre.“

Bei den Lübbenern sorgt für Unverständnis, dass die Spieler beider Teams nach der nicht sonderlich hektischen Partie gemeinsam noch zusammengestanden und etwas getrunken hätten, ohne dass dabei diese Vorfälle thematisiert worden seien. Ohne ausschließen zu wollen, dass tatsächlich etwas vorgefallen ist, bedauerte Friedrich, dass nur Lübben jetzt mit dem Rassismus-Vorwurf kämpfen müsse. Bernaus sportliche Leiter Skotnik hatte gegenüber der MOZ erklärt: „Uns reicht es jetzt.“ Es sei nicht das erste Mal, dass so etwas passiert. Auch bei anderen Vereinen hätten seine Spieler solche rassistischen Beleidigungen schon hinnehmen müssen.

Nun steht aber nur Lübben am Pranger. Friedrich erklärte: „Es gibt offenbar ein grundsätzliches Problem in der Liga, das man so auch thematisieren muss.“ Der sportliche Leiter erklärte: „Bei uns in Lübben gibt es eine Integrationsmannschaft, in der Flüchtlingskinder spielen. Gemeinsam mit der TSG Lübben will unser Verein die Arbeit in diesem Bereich verstärken.“ Die Rassismus-Vorwürfe träfen die Grün-Weißen deshalb schwer.