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| 16:28 Uhr

Großer Preis von Deutschland in Cottbus (mit VIDEOS)
Viele deutsche Medaillen beim Großen Preis in Cottbus

 Maximilian Dörnbach (3.v.l.) aus Erfurt gewann im Sprint und Keirin. Der Cottbuser Eric Engler (2.v.l.) verpasste knapp eine Medaille.
Maximilian Dörnbach (3.v.l.) aus Erfurt gewann im Sprint und Keirin. Der Cottbuser Eric Engler (2.v.l.) verpasste knapp eine Medaille. FOTO: Frank Hammerschmidt
Cottbus. Bahnradsprinter ziehen ein positives Fazit nach dem Grand Prix in der Lausitz. Bundestrainer Detlef Uibel sieht allerdings auch ein kleines Manko.

Zweimal Gold bei den Männern durch Doppelsieger Maximilian Dörnbach (Erfurt), dazu Silber und Bronze für Lea Sophie Friedrich (Dassow) in Sprint und Keirin, Sprint-Bronze für Emma Hinze vom RSC Cottbus sowie Silber für Stefan Bötticher im Keirin – die deutschen Bahnradsprinter waren beim 29. Großen Preis von Deutschland erfolgreicher als erwartet.

 Emma Hinze (RSC Cottbus) freute sich über Sprint-Bronze. 
Emma Hinze (RSC Cottbus) freute sich über Sprint-Bronze.  FOTO: Frank Hammerschmidt

Beim Teamsprint holten die deutschen Formationen in überschaubarer Konkurrenz und auch vor überschaubarer Kulisse noch zweimal Silber und einmal Bronze. Bundestrainer Detlef Uibel zog ein positives Fazit mit einem für ihn so typischen kleinen „aber“ in der Formulierung. Er sagte: „Mit den Ergebnissen kann man zufrieden sein, aber man muss berücksichtigen, dass die internationale Konkurrenz nicht so zahlreich vertreten war.“ Er betonte allerdings auch: „Es waren aber auch einige Topathleten da.“

Damit war vor allem die Hongkong-Chinesin Wai Sze-Lee gemeint – die bei den Frauen derzeit unschlagbar ist. Ein Jahr nach dem schweren Unfall von Kristina Vogel auf der Cottbuser Radrennbahn, die seither querschnittsgelähmt ist, fehlt der Sprint- und Keirin-Weltmeisterin eine echte Konkurrentin. Die Cottbuserin Emma Hinze konstatierte: „Sie fährt gut, sie ist schnell – und kann in der letzten halben Runde noch einmal aufstehen, wo alle anderen sowieso schon Vollgas fahren.“

Hinze hatte am Freitag mit Bronze im Sprint angedeutet, dass in dieser Saison mit ihr zu rechnen sein kann. „Ich bin sehr zufrieden, weil ich mich gar nicht so super gefühlt habe. Aber dann habe ich mich auf den dritten Platz durchgekämpft. Das ist für mich ein gutes Ergebnis.“

Dass die Lokalmatadorin am Samstag dann nicht mehr zu den Rennen antrat, war für Bundestrainer Uibel indes ein Manko. Seine Meinung: „Sie hat sich durch das Turnier im Sprint geboxt, hat eine gute Sprintlinie gefahren. Allerdings ist sie momentan zu instabil, so dass sie solche Belastungen nicht verkraftet. Das ist für mich natürlich schade, weil die Wettkampfbelastung mit der Weltmeisterin in der Konkurrenz unersetzbar ist.“

Der Cottbuser Eric Engler, der am Freitag im Sprint Sechster geworden war, und jeweils mit Rang vier im Keirin und Teamsprint gemeinsam mit Anton Höhne und Carl Hinze vom Track Team Brandenburg knapp eine Medaille verpasst hatte, konstatierte: „Für mich ist das ein relativ gutes Ergebnis. Ich weiß das einzuordnen, sicherlich wäre von den Beinen noch etwas mehr drin gewesen.“

Von Bundestrainer Uibel gab es trotzdem ein Lob. Er sagte: „Eric macht eine gute Entwicklung. Er ist dabei, sich zu stabilisieren und zeigt alte Fähigkeiten.“

Und Kristina Vogel? Die 28-Jährige war zwar in der Lausitz zu Gast – allerdings nicht in Cottbus, sondern bei der Zeitfahr-DM in Spremberg. Dennoch war sie auch auf der Radrennbahn ein Thema, wenngleich mit leisen Tönen. Lea Sophie Friedrich, die bei den deutschen Frauen der neue Stern am Bahnradsport-Himmel sein könnte, wurde nach ihrem Wechsel ins Chemnitzer Team Erdgas befragt. Die Mecklenburgerin weiß, dass der Platz in diesem Profi-Team erst nach Vogels Unfall freigeworden ist. Mit ihren 19 Jahren bewies sie sehr viel Taktgefühl und erklärte zurückhaltend: „Ich kann sie nicht ersetzen, aber ich versuche, ihr nachzueifern. Sie ist ein großes Vorbild und eine Inspiration.“

Großer Preis von Deutschland in Cottbus FOTO: Frank Hammerschmidt