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Große Kritik an der Hitzeschlacht in Doha

Lennard Kämna fehlten vier Sekunden auf Bronze.
Lennard Kämna fehlten vier Sekunden auf Bronze. FOTO: dpa
Doha. Hochglanzbilder hatte sich der Radsport-Weltverband UCI in der Traumwelt Doha erhofft, doch schon der WM-Auftakt lieferte erschreckende Eindrücke. Wie von Sinnen steuerte die Niederländerin Anouska Koster am Sonntag im Mannschaftszeitfahren bei gesundheitsschädlichen Temperaturen von fast 40 Grad ihre Rennmaschine in die Absperrgitter, überschlug sich und erlitt Verletzungen im Gesicht. dpa/jal

Im Zielbereich lagen Fahrerinnen völlig entkräftet auf dem Asphalt, die Deutsche Mieke Kröger brauchte noch auf dem Weg zur Siegerehrung Unterstützung.

Entsprechend groß war die Kritik: "Die Hitze, das ist unmöglich. Es ist wie in einer Sauna", schimpfte Kosters Kollegin Roxane Knetemann. Die Niederländerin Chantal Blaak betonte: "Sogar die Lungen haben geschmerzt. Nach 20 Minuten waren wir überhitzt." Es herrschte Unverständnis darüber, dass die Frauen zur Unzeit in der prallen Sonne auf die Strecke mussten, während die Männer anschließend gemäßigtere Temperaturen vorfanden.

"Ich bin noch nie in solch einer Hitze gefahren. Du gehst an dein Limit und weißt nicht, was mit deinem Körper passiert", sagte Olympiasiegerin Anna van der Breggen. Die Cottbuserin Trixi Worrack war mit den Gegebenheiten etwas besser zurecht gekommen. Sie habe sich in den letzten zehn Tagen gut akklimatisiert, bekannte sie.

Angesichts der großen Hitze will sich die UCI vorbehalten, die Rennen zu verkürzen. Das Männerrennen am 16. Oktober könnte sogar von 257,5 auf nur noch 106 Kilometer verkürzt und ausschließlich auf der vorgelagerten Insel "The Pearl" ausgetragen werden.

Zum Thema:
Der Ex-Cottbuser Lennard Kämna (20) hat am Montag eine WM-Medaille knapp verpasst. Im Zeitfahren der U23 fehlten ihm als Vierter vier Sekunden auf Bronze. Seine deutschen Teamkollegen Marco Mathis und Maximilian Schachmann sorgten derweil für einen deutschen Doppelsieg. Kämna, der für das deutsche World-Tour-Team Giant-Alpecin fährt, ist in Cottbus auf die Sportschule gegangen.