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Greiss und seine fragwürdigen Ansichten

Auf Trump-Anhänger Thomas Greiss hagelt gerade Kritik herunter. Der DOSB will ihn nun nicht bei den Olympischen Spielen dabei haben.
Auf Trump-Anhänger Thomas Greiss hagelt gerade Kritik herunter. Der DOSB will ihn nun nicht bei den Olympischen Spielen dabei haben. FOTO: dpa
Köln. Der Deutsche Olympische Sportbund kritisiert Thomas Greiss für seine im Internet geäußerte Zustimmung zu rechtsgerichteten Inhalten scharf, vom Deutschen Eishockey-Bund hat der Nationaltorhüter aber keine Konsequenzen zu befürchten. Der NHL-Keeper der New York Islanders bleibt bei der Weltmeisterschaft in Köln und Paris im deutschen Team. dpa/jam

"Sein Verhalten in Bezug auf die vergangenen Instagram-Likes, die nun wieder entliked sind, hat für seine Position als Spieler der deutschen Nationalmannschaft keine Konsequenzen", teilte der DEB am Freitag auf Anfrage mit.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann machte dagegen Druck auf den von seinem guten Bekannten Franz Reindl geleiteten Verband. "Alle Sportler haben eine wichtige Vorbildfunktion in der Öffentlichkeit. Politischer Extremismus hat im Sport schlichtweg nichts zu suchen", erklärte Hörmann, der für den Wiederholungsfall einen Ausschluss aus dem Olympia-Team forderte.

"Deshalb wäre ein Beibehalten dieser Kommunikation ein klares Ausschlusskriterium für diesen oder andere Spieler", ergänzte Hörmann. "Wer so agiert oder kommuniziert, kann nicht Teammitglied in Pyeongchang sein."

Zuvor hatte der Deutschlandfunk berichtet, Greiss habe sich im sozialen Netzwerk Instagram als Anhänger von US-Präsident Donald Trump und Gegner der früheren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton zu erkennen gegeben. Dabei hatte Greiss offenbar unter anderem auch einen Vergleich von Clinton mit Adolf Hitler mit dem ,Gefällt-Mir'-Button markiert.

Bundestrainer Marco Sturm erklärte am Freitag in Köln, davon nichts gewusst zu haben. "Ich habe von absolut nichts eine Ahnung. Alles, was nichts mit Eishockey zu tun hat, kann ich nicht kontrollieren."

Bezüglich der Instagram-Aktivitäten des 31-Jährigen sagte Sturm weiter: "Ich stelle auch keine Fragen. Das interessiert mich auch nicht. Was außerhalb des Eises passiert, ist jedem Spieler selbst überlassen." Ähnlich äußerte sich auch der DEB: "Wir sind als Verband politisch neutral."

Zum Thema:
Deutschlands Eishockey-Nationalteam hat sich am Freitagabend mit einem 2:3 (2:2, 0:0, 0:0) nach Verlängerung gegen Dänemark bei der WM in Köln stark unter Druck gebracht. Am Samstag gegen Italien (20.15 Uhr/Sport 1) muss das Team nun unbedingt gewinnen, um die Chance auf das Viertelfinale zu erhalten. Unklar ist noch, ob NHL-Star Leon Draisaitl dann erstmals mitwirken kann.