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Golden Beach-Girls: "Wie Gladiatoren gefühlt"

Laura Ludwig (31) und Kira Walkenhorst (27/r.) mit der WM-Trophäe von Wien.
Laura Ludwig (31) und Kira Walkenhorst (27/r.) mit der WM-Trophäe von Wien. FOTO: dpa
Wien. Ein kollektives Bad im Pool und eine ausgelassene Sause wie vor einem Jahr an der Copacabana gab es dieses Mal bei der Siegerparty von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst nicht. Die besten Beachvolleyball-Spielerinnen der Welt feierten ihren ganz speziellen WM-Sieg von Wien in der Nacht zum Sonntag eher ruhig in einem kleinen Weinlokal außerhalb der Stadt. dpa/jam

Vor allem Stolz war spürbar.

"Was wir die letzten zehn Tage gemacht haben, kann man nicht glauben", betonte Ludwig. Mit dem 2:1 (19:21, 21:13, 15:9) in einem hochklassigen WM-Endspiel gegen die starken US-Amerikanerinnen April Ross und Lauren Fendrick sind Ludwig/Walkenhorst endgültig zu den Beachköniginnen Nummer eins aufgestiegen. Drei gemeinsame deutsche Meisterschaften, zwei EM-Erfolge, Sieg beim Worldtour-Finale, der Olympia-Triumph und nun als erstes deutsches Damenteam Weltmeister - das hat vor ihnen niemand geschafft.

"Es waren die schwierigsten zehn Tage, die ich als Trainer erlebt haben", sagte der erfahrene Chefcoach Jürgen Wagner.

Quasi während der WM musste der 61-Jährige sein Team in WM-Form bringen. Dazu kam die Schulterverletzung bei Walkenhorst. Die Monate zuvor waren wegen einer Schulter-OP bei Ludwig und den gesundheitlichen Problemen von Walkenhorst quasi kein Training und keine Wettkämpfe auf Topniveau möglich. "Es war schwierig, wir hatten die Hoffnung schon ein bisschen verloren", so Ludwig, die auch beste WM-Spielerin wurde.

Doch das Nicht-Aufgeben und harte Maloche sind die wohl größten Stärken der Weltmeisterinnen. "Sie würde nie abbrechen, auch wenn ihr Arm abfallen würde", sagte Ludwig über ihre Partnerin. Walkenhorst ergänzte: "Wir mussten viel mit dem Kopf machen."

Den Finalauftritt vor 10 000 Zuschauern im prall gefüllten Wiener WM-Stadion haben beide genossen. Ein bisschen hätten sie sich bei der Lautstärke und der Riesen-Stimmung auf der Donauinsel "wie Gladiatoren gefühlt", sagte Ludwig.

Zum Thema:
Die nächsten Beachvolleyball-Weltmeisterschaften könnten in Deutschland stattfinden. Hannes Jagerhofer, Chef der WM 2017 in Wien, bestätigte am Sonntag das Interesse von Hamburg an der Austragung der Titelkämpfe 2019. "Am liebsten möchte ich mit diesem Turnier am Wasser sein", sagte Jagerhofer. Wien ist mit der WM in diesem Jahr in neue Dimensionen vorgestoßen. Auf dem Centercourt hatten 10 000 Fans Platz, auf dem gesamten Gelände sogar 26 000. Der Etat betrug neun Millionen Euro.