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Gold und Silber – aber keine WM-Norm

Der Cottbuser Christian Diener muss um die WM zittern. Dabei hatte er im vergangenen Jahr noch mit EM-Silber für Furore gesorgt.
Der Cottbuser Christian Diener muss um die WM zittern. Dabei hatte er im vergangenen Jahr noch mit EM-Silber für Furore gesorgt. FOTO: img1
Berlin/Cottbus. Christian Diener darf sich erstmals deutscher Schwimm-Meister auf der Langbahn nennen. Der EM-Zweite aus Cottbus war in Berlin über 200 Meter Rücken nicht zu schlagen. Über 100 Meter Rücken holte er zudem Silber. Allerdings verpasste der 21-Jährige die Norm für die WM. jam/mit dpa

Ist der WM-Zug abgefahren? Christian Diener dürfte nach diesen deutschen Meisterschaften etwas ratlos sein. Gold über 200, Silber über 100 und Rang vier über 50 Meter Rücken - so lautet die Bilanz des Cottbusers. Die WM-Norm knackte der 21-Jährige dabei aber nur im Vorlauf über die 100 Meter. Möglicherweise ist das zu wenig. Denn es gibt einen ausgeklügelten Qualifikations-Modus. Drei Etappen sind demnach auf dem Weg nach Russland zu absolvieren: Sowohl in den Vorläufen als auch den Finals der deutschen Meisterschaften mussten vorerst Normzeiten unterboten werden. Diese Zeiten müssen bei einem weiteren Wettkampf bis Anfang Juli in Vor- und Endlauf bestätigt werden, um dann das WM-Ticket sicher zu haben.

So gesehen lief es für Christian Diener in Berlin ganz und gar nicht wunschgemäß. Insgesamt 26 andere deutsche Schwimmer haben hingegen die erste Voraussetzung für einen Start bei den Weltmeisterschaften im russischen Kasan (24. Juli bis 9. August) erfüllt. Sie blieben sowohl in Vor- als auch Endläufen der Meisterschaften in Berlin unter den geforderten Normzeiten.

Dort begeisterte Paul Biedermann über seine Lieblingsstrecke 200 Meter Freistil mit Weltjahresbestzeit - und auch der WM-Zweite Marco Koch weckte Medaillenhoffnungen. Über 200 Meter Brust bedeuten 2:09,72 Minuten Platz drei in der Welt auf der Durchgangsstation zu WM-Meriten.

Mehr als ein Dutzend Top-10-Zeiten in den Weltjahresbestenlisten für deutsche Schwimmer ließen Henning Lambertz bei der Berliner Leistungsprüfung strahlen. Der Kandidatenkreis für das WM-Team umfasst mit Staffelstartern rund 30 Sportler und damit mehr als zuvor vom Chefbundestrainer prognostiziert. "Es gibt einige Strecken, auf denen wir den Kopf gut aus dem Wasser strecken", sagte Lambertz bei der "Momentaufnahme" mit 26 Normerfüllern. Nach "ein, zwei Schattenmomenten" bei der DM muss Lambertz nun aber auch über die vorjährigen EM-Medaillengewinner und aktuellen Enttäuschungen Diener sowie Jan-Philip Glania oder Philip Heintz entscheiden.

Wie Biedermann und Koch über ihre Paradestrecken ist dagegen der in Berlin krank pausierende Steffen Deibler für den Saisonhöhepunkt gesetzt. Da es in Russland bereits um Olympia-Startplätze geht, werden Staffeln auch ohne erfüllte Norm starten.

Erfreulich aus Cottbuser Sicht: Anna Dietterle holte nach Silber über 50 Meter Rücken und einem Altersklassenrekord schließlich noch Silber über 50 und Bronze über 100 Meter Freistil. Zudem wurde sie Dritte mit der Neuköllner Lagen-Staffel.