| 07:11 Uhr

Radsport
Gold und Küsse für Europameister Levy

Gut gemacht, Papa! Direkt nach der Zieldurchfahrt wartet die Belohnung für den neuen Europameister Maximilian Levy.
Gut gemacht, Papa! Direkt nach der Zieldurchfahrt wartet die Belohnung für den neuen Europameister Maximilian Levy. FOTO: Jens Büttner / dpa
Berlin. Der Cottbuser Maximilian Levy hat bei der Bahnrad-EM in seiner Geburtstadt Berlin einen emotionalen Triumph gefeiert. Gold im Keirin-Wettbewerb, das ist mehr als ein Sieg.

Maximilian Levy war zu ­Tränen gerührt. Ganz oben auf dem Siegerpodest kämpfte der neue Europameister im Keirin mit seinen Emotionen und schämte sich nicht der Glücksgefühle – sie wollten raus, sie mussten raus. „Dieser Titel steht emotional ganz oben“, sagte der 30-jährige Cottbuser. „2013 begann für mich eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen. Dass die ausgerechnet hier endet, ist unglaublich. Endlich hat sich alles ausgezahlt“, fügte der gebürtige Berliner hinzu, der immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. „Von diesem ­Triumph habe ich im ­Vorfeld der EM nicht zu träumen ­gewagt. Mein zu Hause ist zwar Cottbus, aber ich habe natürlich auch zu meiner ­Geburtsstadt eine ganz besondere Beziehung.“

Hier im Velodrom hatte Levy vor rund 20 Jahren im Trikot des TSC Berlin die ersten Bahnrunden absolviert. Und genau hier an der Landsberger Allee knallte er am Sonntagnachmittag zu seinem zweiten EM-Titel im Keirin nach 2013.

In einer souveränen Art und ­Weise, die seinen Sportlichen Leiter Michael Hübner vom Chemnitzer Erdgas Team zu einer ganz besonderen Lobeshymne veranlasste: „Grandios! Das war eine starke ­physische Leistung und auch vom Kopf her einfach klasse.“

Bereits im 1. Vorlauf fuhr der zweifache Familienvater der Konkurrenz weit davon. Im Halbfinale unterstrich er erneut seine Ambitionen auf den EM-Titel und im Endlauf raste er dann unter dem Jubel der 2700 Zuschauer zur Goldmedaille. Silber ging an Shane Perkins (Russland), Bronze gewann Andrii Vynokurov aus der Ukraine.

Im Ziel fiel der neue Europameister dann seiner Ehefrau Madeleine in die Arme. Und auch die beiden Töchter Tessa (4 Jahre) sowie Mila (knapp 2) hatten in den zurück­liegenden Tagen auf der Tribüne des Velodroms die Daumen gedrückt. „Die Kids haben super durchge­halten. Ich glaube, morgen bleiben wir alle mal etwas länger im Bett.“

Vielleicht wird sich die ­Familie dann auch nochmal ganz in Ruhe die beiden EM-Medaillen anschauen. Beim Start der Titelkämpfe am Donnerstagabend hatte Levy mit den Teamsprintern des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) bereits Silber geholt.

Geschlagen geben musste sich Maximilian Levy am goldenen Sonntag von Berlin nur ein einziges Mal. Als er nach der Siegerehrung den Reportern Rede und Antwort stehen wollte, stand plötzlich Kristina Vogel vor ihm. Die deutsche Sprint-Queen gewann im Velodrom zwei Mal Gold und einmal Silber. Die nur 1,60 Meter große Vogel zog Levy weg von den Reportern – weil sie auf ein Erinnerungsfoto bestand.