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| 17:53 Uhr

Pferdesport
Generalprobe für die WM in der Lausitz

In verschiedenen Disziplinen müssen beim Fahrsport Figuren gefahren und Hindernisse gemeistert werden.
In verschiedenen Disziplinen müssen beim Fahrsport Figuren gefahren und Hindernisse gemeistert werden. FOTO: RuF Drebkau
Drebkau. Das Drebkauer Fahrsportturnier ist dieses Jahr zahlreich und international besetzt. Zweispänner-Fahrern dient es als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft, die 2019 ebenfalls dort ausgetragen wird. Stephan Meyer

Ein Kegel fällt um  – und schon gibt es Strafpunkte. Was nach Fahrsicherheitstraining klingt,  ist anspruchsvoller Pferdesport. Beim Kegelfahren manövrieren Fahrer ihre Kutsche samt Pferd so schnell wie möglich durch einen Hindernisparcours. Der Korridor zwischen einem Kegelpaar ist 1,70 Meter eng. Die Spurweite der Kutschenhinterreifen hingegen beträgt  1,50 Meter, verdeutlicht Torsten Koalick die besondere Herausforderung der einen Fahrsportdisziplin, von denen es insgesamt drei gibt. Der Unternehmer ist Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Drebkau (RuF-Drebkau). Seit Donnerstag findet auf dem Vereinsgelände und rund um den Raakower Schlosspark die 13. Auflage ihres traditionellen Turniers statt. Der Wettbewerb endet am Sonntag. Das Besondere in diesem Jahr ist, dass viele Teilnehmer das Turnier als Generalprobe für die Zweispänner-Weltmeisterschaft nutzen, die 2019 ebenfalls in Drebkau ausgerichtet wird.

Eigentlich mag Koalick das Wort Generalprobe in dem Zusammenhang nicht. Zumindest treffe das nicht auf seinen Verein zu. Seit der Gründung 2004 wurden nahezu jährlich Turniere ausgerichtet. Nur 2017 gönnten sich die Drebkauer Fahrer eine Pause. „Ich denke wir haben genug Erfahrung im Ausrichten von Wettkämpfen“, sagt der Vereinsvorsitzende zuversichtlich. Ihre Sportevents bräuchten sich nicht hinter anderen nationalen und internationalen Wettbewerben zu verstecken. Dennoch sei die Organisation immer wieder eine Herausforderung.

Auch wenn das Turnier für die Drebkauer mehr ein Heimspiel als eine Generalprobe ist, für die Gäste sei es sehr wohl wichtig das Gelände im Hinblick auf die WM 2019 zu testen. „Das ist ein Hochleistungssport für Mensch und Tier“, sagt der Vereinsvorsitzende. Die Sportler wollen daher wissen, wo der Stellplatz ist, wo sie sich vorbereiten können und wie der Platz und die Hindernisse beschaffen sind. Sollten sie sich für die WM qualifizieren können, seien sie, wenn sie wieder kommen, innerlich abgeklärter und weniger aufgeregt, ist Koalick überzeugt.

Auf dem Vereinsgelände sind die Fahnenmaste bereits seit vergangener Woche bestückt. 15 verschiedene Nationen sind auf der Turnierteilnehmerliste vertreten, unter anderem Irland, England, Chile und Argentinien. 90 Gespanne wurden angemeldet. Das macht 180 Fahrer (inklusive Beifahrer). Dazu kommen noch unzählige Helfer. Die werden gebraucht, um die vielen Pferde zu versorgen. Während die Fahrer der Zweispänner bis zu drei Pferde mitbringen, sind die Fahrer der Einspänner nur mit einem Ross vor Ort.

Doch nicht alle internationalen Fahrer kommen nur zur Vorbereitung auf die WM 2019 nach Drebkau. Die Chilenen, Argentinier und US-Amerikaner die sich angemeldet haben, touren meist eh von Turnier zu Turnier durch ganz Europa und nutzen einfach die Chance, versichert Koalick.

Für die Einspänner-Fahrer geht es am Wochenende sogar um einen Titel. Das Turnier ist für sie gleichzeitig die Landesmeisterschaft Berlin Brandenburg. Die Drebkauer zeigen sich ehrgeizig. „Wir haben schon die Ambitionen vorne mitzumischen und einen der ersten zehn Plätze zu belegen“, so Koalick. „Sonst bräuchte man ja gar nicht erst teilnehmen“, ergänzt Einspännerfahrerin Tanja Anson. Der Verein konnte bereits mehrere Landesmeistertitel verbuchen. Eine der größeren Erfolge liegt noch gar nicht so lange zurück. Sandro Koalick, der Sohn des Vereinsvorsitzenden, holte jüngst bei den Deutschen Zweispänner-Meisterschaften in Herchenrode (Hessen) den Titel.

Der Fahrsport ist  ein Nischensport, dessen ist sich Torsten Koalick bewusst. Um den Pferdesport in der Region besser zu vermarkten und mehr Besucher anzulocken, will er mit seinem Verein das diesjährige Turnier etwas auffrischen. Dafür wurde das Rahmenprogramm ausgebaut. Mit einem Oktoberfest soll der dritte Turniertag (Samstag) beendet werden. Am Samstag und am Sonntag wird Pferdesport dem Publikum außerhalb des Turnierrahmens auf eine andere Weise näher gebracht. Auf dem Schlossparkgelände wird es dann auch ein Mittelalterspektakel mit Reiterturnieren, Ritterspielen und einem Markt geben.

Weitere Informationen zum Turnier, der WM und den Drebkauer Verein gibt es online unter:
www.ruf-drebkau.de