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| 18:50 Uhr

Deutschland gegen Schweden
Blutiges WM-Debüt für Sebastian Rudy

Sebastian Rudy wurde bei einem Zweikampf unabsichtlich im Gesicht getroffen und musste nach einer halben Stunde ausgewechselt werden.
Sebastian Rudy wurde bei einem Zweikampf unabsichtlich im Gesicht getroffen und musste nach einer halben Stunde ausgewechselt werden. FOTO: dpa / Ina Fassbender
Sotschi. Der 28-jährige Bayern-Spieler hofft nach seinem Nasenbeinbruch auf eine schnelle Rückkehr ins Team.

Beim spektakulären 2:1-Siegtor musste Patient Sebastian Rudy die doch längere Behandlung unterbrechen. „Ich war in der Kabine und musste mich noch hinlegen, weil es geblutet hat. Als alle gejubelt haben, bin ich schnell zum Monitor und war natürlich überglücklich“, sagte der wegen eines Nasenbeinbruchs ausgewechselte WM-Debütant. „Ich wollte weiterspielen, aber die Blutung hat leider nicht aufgehört.“ Am Sonntag wurde der 28-Jährige operiert. Mit einer Gesichtsmaske will er gegen Südkorea wieder dabei sein.

Überraschend war Rudy für Weltmeister Sami Khedira in die Startelf gerückt, wie Christoph Kramer im WM-Finale 2014. Kurioserweise musste Rudy wie Kramer auch nach 31 Minuten mit einer Kopfverletzung raus. „Es war einfach ein bisschen Pech dabei“, sagte der Münchner. Nach einer schwierigen Bayern-Saison, in der er nur wenig Spielzeit bekam, löste er seinen 26. DFB-Einsatz bis dahin souverän. „Er hat das gut und abgeklärt gemacht“, lobte Matchwinner Toni Kroos. Mit „ein bisschen Atemproblemen“, aber ohne Schmerzen verließ der vor der EM 2016 noch aussortierte Rudy Sotschi. „Ich hoffe, dass es bis Mittwoch reicht“, sagte der Confed-Cup-Sieger. Beim Gruppen-Finale will auch Mats Hummels nach seinem verrenkten Halswirbel wieder spielen: „Es sollte so sein, dass ich gar keine Probleme mehr habe.“

Bundestrainer Joachim Löw hatte mit seinen Wechseln im Schweden-Spiel ein gutes Händchen bewiesen. Sebastian Rudy auf der Khedira-Position brachte viel Sicherheit ins Spiel, solange er konnte. Nachrücker Ilkay Gündogan wirkte nach der Krise um die Erdogan-Fotos etwas stabiler als in der Vorbereitung. WM-Neuling Marco Reus zeigte als Startspieler nach den vielen gesundheitlichen Nackenschlägen in seiner DFB-Karriere jene Eigenschaften, die das deutsche Spiel deutlich befruchteten. Der Dortmunder stieß in den Raum, legte auf – und traf selbst zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Routinier Mario Gomez bewies nach der Pause im Angriffszentrum, wie wichtig ein Stoßstürmer bei diesem Turnier sein kann. Und der flinke Timo Werner agierte nach der Versetzung auf den linken Flügel viel gefährlicher. Den Ausgleich bereitete der Leipziger vor. Den Frei­stoß zum Siegtor holte er heraus. „In der ersten Halbzeit wurde ich im Sturm gebraucht, da wollte der Ball nicht über die Linie. Dann hab ich es halt über die Flügel probiert“, urteilte Werner selbst.

(dpa/sh)