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| 02:46 Uhr

Froome sammelt Sympathiepunkte – außer zu Hause

Tour-Sieger Chris Froome will 2018 auch den Giro gewinnen.
Tour-Sieger Chris Froome will 2018 auch den Giro gewinnen. FOTO: dpa
Paris. (dpa/jal) Die "engste Tour" seiner Karriere wird dem spindeldürren Mann noch einige Zeit in den Knochen stecken. Trotzdem hat der viermalige Champion Chris Froome, der seine Landsleute nicht gerade zu Begeisterungsstürmen animiert, die nächsten Herausforderungen bereits im Visier.

Weil die 105. Tour de France wegen der Fußball-WM im kommenden Jahr am 7. Juli eine Woche später startet, prüft der Brite die "Option eines Doubles" mit Erfolgen in Italien und Frankreich. Die Konkurrenz sei auf jeden Fall gewarnt: "Im nächsten Jahr nehme ich den fünfen Sieg in Angriff", sagte Froome auf den Champs Élysées, bevor er sich zur feuchtfröhlichen Teamfeier verabschiedete.

Via Twitter postete er Bilder, auf denen sein Teamkollege Michal Kwiatkowski routiniert eine Champagnerflasche öffnet - augenscheinlich nicht die erste an diesem Abend. Unmittelbar nach der am Sonntag mit dem vierten Sieg des 32 Jahren alten Briten zu Ende gegangenen Frankreich-Rundfahrt genoss der Triumphator die öffentlichen Lobeshymnen vor Ort. In Frankreich wird er nach harten Jahren der Anpassung endlich als Nice-Guy wahrgenommen.

Zu Hause allerdings fiel der Jubel eher verhalten aus. Auch in Großbritannien muss der als kühler Rechner und Kalkulator verschriene Radprofi, dessen unattraktiver Fahrstil so gar nichts elegantes hat, um Sympathiepunkte kämpfen. "The Telegraph" schrieb immerhin, Froome bekomme nicht die Anerkennung, die er verdiene.

Nach Großereignissen im Fußball, Cricket oder Rugby laufen in Großbritannien die Spiele am Tag danach in Endlosschleifen als TV-Wiederholungen. Bei der Tour de France: Fehlanzeige. "Froomes große Stärke bei seinen vier Siegen ist seine Fähigkeit, sich allem anzupassen, was die Tour-Organisatoren ihm präsentieren und was das Schicksal verfügt", schrieb der "Guardian" am Montag eher lakonisch.