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| 01:04 Uhr

Friesinger-Gala bringt ihr fünften EM-Titel

Erst reckte sie die Hand in den Himmel, dann wischte sie sich die blutende Nase und sank erschöpft auf der Bank nieder: Anni Friesinger hat mit einer Gala in Heerenveen ihren fünften Titel und damit das 20. Von Frank Thomas

Gold für deutsche Eisschnellläuferinnen bei Europameisterschaften erkämpft. Nach drei Streckensiegen an den Vortagen vollendete sie im abschließenden 5000-m-Rennen vor 12 000 Zuschauern im friesischen Eis-Mekka mit einer starken kämpferischen Leistung auf Platz drei ihren vierten Triumph in Serie.
Eine blendend aufgelegte Daniela Anschütz und die durch Nachwirkungen eines Infekts gehandicapte Claudia Pechstein sorgten für den dritten Dreifach-Triumph deutscher Damen nach 1989 und 1990, als noch die von Gunda Niemann angeführten DDR-Trios den Ton angaben. Anni Friesinger schob sich mit ihrem fünften Titel auf Platz zwei der EM-Rangliste hinter der Erfurterin, die acht Mal gewann.
"Das war eine Super-EM: Tolle Läufe, ein sensationelles Publikum, die Niederländer lieben mich. Ich bin ja so happy", meinte die vom Wettkampfstress gezeichnete Titelträgerin, die damit ihren nicht so gelungenen Weltcup-Auftakt vergessen machte und die Deutschen zuversichtlich zur Weltmeisterschaft nach Moskau (4./5. Februar) fahren lässt. Über 5000 m überzeugte sie in 7:05,87 Minuten und war im Vierkampf (162,530 Punkte) so schnell wie noch nie eine Titelträgerin vor ihr.
Die Überraschung des Championats aber war die 30 Jahre alte Daniela Anschütz. Die Erfurterin schuf die Grundlage für ihren bislang größten Erfolg mit zweiten Plätzen über 500 und 1500 m.
Im Wettbewerb der Herren hat der Grefrather Stefan Heythausen als Elfter den deutschen Vierkampf-Rekord nur haarscharf verpasst. Der 23-Jährige verbesserte über 10 000 m in 13:45,53 Minuten seine persönliche Bestzeit um fast eine halbe Minute und kam damit auf 155,362 Punkte im Mehrkampf. Den deutschen Rekord hält sein Vereinsgefährte Christian Breuer seit 1999 mit 155,034.