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Freunds Frust wird größer: "Das ist extrem nervig"

Für Severin Freund läuft es auch auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck nicht. In der Qualifikation am Dienstag schaffte er nur 116,5 Meter – Platz 47.
Für Severin Freund läuft es auch auf der Bergisel-Schanze in Innsbruck nicht. In der Qualifikation am Dienstag schaffte er nur 116,5 Meter – Platz 47. FOTO: dpa
Innsbruck. Bei Skispringer Markus Eisenbichler läuft es bei der Tournee weiter rund. Der Frust beim Vorjahres-Zweiten Severin Freund wird hingegen immer größer. dpa/jam

Mit jedem Versuch mehr wird Markus Eisenbichler die Skisprung-Anlage auf dem Bergisel sympathischer. "Ich fand die Schanze am Anfang einfach ein bisschen schwierig", erklärte der Tournee-Vierte aus Siegsdorf nach seinem Qualifikationssprung auf 130 Meter. "Aber mittlerweile taugt mir die Schanze doch ganz gut", fügte er an. Nach zwei Probeversuchen und Platz sechs in der Qualifikation nimmt Eisenbichler ein gutes Gefühl mit in den Wettkampf.

Beim dritten Tournee-Springen in Innsbruck am Mittwochnachmittag (14 Uhr) ist der 25-Jährige der heißeste deutsche Podestanwärter - und gehört zum erweiterten Favoritenkreis. Doch dafür interessiert er sich selbst gar nicht. "Ich beschäftige mich nicht damit, ob ich die große Tournee-Hoffnung bin. Ich lasse mir keinen Druck machen", sagte er.

Auch Bundestrainer Werner Schuster zeigte sich von seinem derzeit stärksten Athleten angetan. "Ich bin sehr zufrieden, wie er derzeit agiert. Er hat wieder einen guten Sprung gemacht, aber das Niveau an der Spitze ist sehr hoch", befand der Coach. Eisenbichler hält in der erweiterten Spitze mit, muss sich aber mit starker Konkurrenz wie dem Tournee-Führenden Kamil Stoch (Polen) oder Quali-Sieger Stefan Kraft aus Österreich messen.

Die beiden Spitzenathleten werden beim dritten Wettkampf nicht nur weiter um die Gesamtwertung kämpfen, sondern im ersten Durchgang auch im direkten Duell gegeneinander antreten. Oberstdorf-Sieger Kraft gewann die Qualifikation und setzte mit 134,5 Metern ein deutliches Ausrufezeichen. Rivale Stoch verzichtete erneut auf die Qualifikation: "Ich will mehr Kraft haben für den morgigen Tag. Nach meinen beiden Trainingssprüngen fühle ich mich gut", sagte der Pole.

Immer größer werden die Sorgen derweil beim Vorjahres-Zweiten Severin Freund, der in der Qualifikation nach einem völlig verkorksten Sprung bereits bei 116,5 Metern landete. "Der erste Trainingssprung war ganz gut, aber danach habe ich wieder rapide abgebaut. Das ist extrem nervig", haderte Freund. Auch für Schuster war der Versuch seines langjährigen Top-Athleten viel zu wenig: "Das müssen wir nicht weiter kommentieren. Wir sind nicht zufrieden und er ist nicht zufrieden."

Exakt vor einem Jahr war der Bayer beim Probedurchgang am Bergisel gestürzt - danach begann der Abwärtstrend. Freund musste sich einer Operation an der Hüfte unterziehen und fiel mehrere Monate aus. In der laufenden Saison konnte er bis auf einen starken Start in Kuusamo noch nicht überzeugen, die Tendenz ist klar absteigend. Gegen den starken Österreicher Michael Hayböck droht Freund am Mittwoch sogar ein Ausscheiden im ersten Wertungsdurchgang.

Mit dem Bergisel verbindet auch Richard Freitag besondere Erinnerungen. Vor zwei Jahren gewann der 25-Jährige und fuhr damit den ersten Tournee-Einzelsieg seit Sven Hannawald 2002 ein. Rang 25 in der Quali am Dienstag ernüchterte indes auch Freitag selbst.