ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:39 Uhr

Freund hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben

Severin Freund hat vor dem letzten Springen in Bischofshofen zwar schon viel Rückstand auf Peter Prevc, will aber alles versuchen.
Severin Freund hat vor dem letzten Springen in Bischofshofen zwar schon viel Rückstand auf Peter Prevc, will aber alles versuchen. FOTO: dpa
Bischofshofen. Der Traum vom ersten Tournee-Triumph seit 14 Jahren wird sich für die deutschen Skispringer wohl nicht erfüllen. Kampflos will der Gesamtzweite Severin Freund dem bisherigen Dominator Prevc den Sieg aber nicht überlassen. Eric Dobias

Severin Freund lud am Ruhetag seine Akkus für das scheinbar aussichtslose Finale mit Überflieger Peter Prevc um den Tournee-Triumph auf. Obwohl sein Rivale aus Slowenien mit fast 20 Punkten Vorsprung in den finalen Schanzen-Showdown am Mittwoch in Bischofshofen geht, hat Freund die Hoffnung auf den ersten deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee seit 14 Jahren noch nicht endgültig aufgegeben. "Ich werde wie immer angreifen und will einen schönen Abschluss machen", versprach der Skisprung-Weltmeister.

Bei einem gemütlichen Abendessen in einem kleinen Innsbrucker Lokal holte sich Freund am Sonntagabend vom gesamten Team moralischen Beistand für die Herkulesaufgabe. Bundestrainer Werner Schuster stärkte seinem formidablen Frontmann, der den deutschen Skispringern mit größter Wahrscheinlichkeit das beste Ergebnis seit dem zweiten Platz von Sven Hannawald 2002/03 bescheren wird, demonstrativ den Rücken: "Ich sehe die Möglichkeit, Prevc wieder auf Augenhöhe zu begegnen. Vielleicht können wir ihn noch einmal kitzeln."

Nach dem traumhaften Jahr 2015 mit zwei WM-Titeln und dem krönenden Triumph im Gesamt-Weltcup hat Freund trotz starker Auftritte in diesem Winter vorerst seinen Meister gefunden. "Severin hat bisher eine tolle Geschichte geschrieben. Er ist der erste Verfolger und eine sehr gute Tournee gesprungen. Wenn du Erster, Zweiter und Dritter wirst, führst du normalerweise oder bist zumindest in Schlagdistanz. Aber Prevc hat überragende Sprünge gemacht", bilanzierte Schuster nach dem Springen am Bergisel.

Die Rollen sind deshalb klar verteilt. Wie ein Uhrwerk spult der 23-jährige Prevc seine Wettkampfsprünge ab und beeindruckt die Konkurrenz. "Es ist echt der Wahnsinn, mit welcher Konstanz er springt. Das ist derzeit unvergleichbar", lobte Richard Freitag. Und Freund räumte ein: "Es geht für mich momentan darum, auf sein Niveau zu kommen."

Den Rückstand aufzuholen wird daher aus Sicht des Bundestrainers "äußerst schwer, dafür ist der Gegner einfach zu stark". Zumal Prevc die Schanze in Bischofshofen vom Profil gut liegt. "Da kommen seine Qualitäten voll durch. Es braucht eigentlich einen Fehler von ihm oder äußere Umstände, damit noch was gehen kann. Beide respektieren sich aber viel zu sehr, als dass man dem anderen einen Fehler oder Sturz gönnt", erklärte Schuster.

Egal, wie das Gigantenduell ausgeht, schon jetzt dürfen die deutschen Weitenjäger die Tournee als Erfolg verbuchen. Immerhin rangieren fünf DSV-Springer in den Top 15.