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Freund am Kulm noch nicht im WM-Flow

Severin Freund auf dem Weg nach oben. Wieder runter ging es für ihn am Donnerstag 206,5 Meter weit. Qualifikationssieger Anders Fannemel kam auf 233 Meter, Peter Prevc auf nur 188,5 Meter.
Severin Freund auf dem Weg nach oben. Wieder runter ging es für ihn am Donnerstag 206,5 Meter weit. Qualifikationssieger Anders Fannemel kam auf 233 Meter, Peter Prevc auf nur 188,5 Meter. FOTO: dpa
Bad Mitterndorf. Severin Freund sieht sich für die Skiflug-WM gerüstet, wartet aber auf die nötige Leichtigkeit für die Mission Titelverteidigung. Topfavorit Prevc zeigte vor dem ersten Wertungstag wenig Konstanz. Eric Dobias

Das Vorgeplänkel zum WM-Showdown am Kulm bereitete Skiflug-Weltmeister Severin Freund noch keinen Genuss. "Der ganz große Überflug war noch nicht dabei", stellte der Titelverteidiger nach dem Training und der Qualifikation am Donnerstag fest. "Wenn man gleich den richtigen Sprung aufliegen hat, ist es natürlich schöner. Aber für diesen Tag war es okay."

Immerhin nahm der deutsche Hoffnungsträger für den zweitägigen Kampf um WM-Gold die wichtige Erkenntnis mit, dass auch Überflieger Peter Prevc mal patzt. In der Qualifikation, die Weltrekordler Anders Fannemel aus Norwegen mit 233 Meter für sich entschied, kam der Topfavorit aus Slowenien nur auf 188,5 Meter. Freund sprang 206,5 Meter weit.

"Es wäre natürlich grandios, wenn ich den Titel verteidigen könnte. Aber das ist im Skifliegen noch schwerer als beim Springen, weil viele Spezialisten eine Chance haben", sagte der Weltmeister von 2014 danach. "Ich gehe nicht mit dem Ziel in den Wettkampf, es unbedingt schaffen zu müssen." Die Ergebnisliste müsse man aber nicht schon vorher schreiben, meinte Freund. "Klein beigeben tue ich nicht."

Auch Bundestrainer Werner Schuster sieht die Medaillenchancen für seine Nummer eins intakt. "Severin ist noch auf der Suche, aber er ist stabil. Wir müssen noch im Materialbereich Kleinigkeiten abstimmen, dann wird er konkurrenzfähig sein", sagte der Coach. Dem Wettkampf sieht er gelassen entgegen: "Severin macht einen positiven Eindruck, ist innerlich ruhig und verbreitet keinen Stress. Er wird mit all seiner Routine bei der Medaillenvergabe ein Wort mitreden."

Das Supergefühl vom Fliegen stellte sich bei Freund am Tag eins der Titelkämpfe in Bad Mitterndorf noch nicht ein. "Du merkst, wenn der Sprung richtig aufgeht. Dann ist alles ganz einfach", berichtete der 27-Jährige. Erzwingen könne man dies jedoch nicht. "Beim Skifliegen muss man es mehr über das Gefühl lösen und nicht so viel mit dem Kopf arbeiten. Ich will es genießen", sagte Freund.

Während der Bayer in allen drei Versuchen zumindest die 200-Meter-Marke knackte, erlebten seine Teamkollegen eine sehr holprige Qualifikation mit starkem Beginn - bevor sie am Ende stark nachließen. Immerhin schafften es auch Richard Freitag, Andreas Wellinger, An dreas Wank und WM-Neuling Stephan Leyhe in den Einzelwettbewerb am Freitag (13 Uhr) und Samstag (14 Uhr).

Der am Kulm schwer gestürzte österreichische Skispringer Lukas Müller befindet sich nach seiner Operation an der unteren Halswirbelsäule in stabilem Zustand. Das teilte das Universitätsklinikum in Graz mit, wo der 23-Jährige auf der Intensivstation liegt. Er hatte sich bei seinem Sturz beim Einfliegen am Mittwoch den sechsten und siebten Halswirbel gebrochen.