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Freeride, Dirt Bike, 4X – was ist das alles?

Beim Fahrradfahren geht es längst nicht mehr nur um Höhe und Geschwindigkeit, sondern auch um eine Videoclip-taugliche Optik.
Beim Fahrradfahren geht es längst nicht mehr nur um Höhe und Geschwindigkeit, sondern auch um eine Videoclip-taugliche Optik. FOTO: dpa
BMX Freestyle: Der Klassiker, den man inzwischen kennt. Die Abkürzung steht für Bicycle Motocross und meint die kleinen Räder mit den 20-Zoll-Reifen. Jan Lehmann

Mit denen kann man Freestyle fahren, also Tricks machen, die von einer Jury bewertet werden. Diese Disziplin wird bei den Sommerspielen 2020 in Tokio erstmals olympisch sein.

BMX Race: Hier geht es um die Geschwindigkeit, seit 2008 sind diese BMX-Rennen olympisch. Meistens starten acht Sportler gleichzeitig auf einer anspruchsvollen Bahn, wie sie beispielsweise in Cottbus steht. Das BMX-Team Cottbus, das an den Olympiastützpunkt angegliedert ist, war zuletzt auch mit Luis Brethauer und Ersatzfahrer Julian Schmidt bei den Spielen in Rio vertreten.

Fourcross (4X): Hier ist Steffi Marth aus Plessa eine echte Könnerin. Die ehemalige Schülerin der Lausitzer Sportschule holte bereits zweimal WM-Bronze in dieser Mountainbike-Disziplin. Beim 4X gehen vier Fahrer gleichzeitig an den Start und die ersten zwei qualifizieren sich für die nächste Runde. Die Strecken verlaufen bergab und sind ein Mix aus BMX-Hindernissen wie Wellen und Sprüngen sowie aus naturbelassenen Elementen wie Wurzeln oder Steinfeldern. Vorn haben die Räder nur ein Kettenblatt und meistens nur vier oder fünf Gänge. Viel Zeit zum Schalten hat man auf dieser Strecke nicht.

Downhill: Mit bis zu 70 Stundenkilometern jagen die Profis auf Mountainbikes die Berge herunter. In den Skigebieten in Österreich oder der Schweiz hat sich das inzwischen als Sommer-Sportvariante etabliert. Dort wo im Winter die Lifte voll mit Skitouristen sind, fahren im Sommer die Bike-Urlauber nach oben - um sich dann quasi kopfüber ins Tal zu stürzen. Dafür ist ein Cross-Helm wie beim Motorsport unerlässlich, die Fahrer tragen zudem wie in vielen anderen Disziplinen auch Protektoren für Brust und Rücken sowie speziell für den Nacken. Die Räder sind besonders robust und relativ schwer.

Crosscountry: Diese Mountainbike-Disziplin ist bereits seit 1996 olympisch. Auf einer Rundstrecke sind verschiedene Geländeeigenschaften wie Waldwege, Feldwege, Abfahrten, Asphalt und Steine zu befahren. Sabine Spitz ist seit Jahren dort eine Ikone.

Dirt Bike: Diese Mountainbikes mit meist kleineren Rahmen von 24 oder 26 Zoll sind derzeit der Renner unter den Jugendlichen. Der Sattel ist ziemlich tief, das sind halt Sportgeräte und zur normalen Fortbewegung kaum geeignet. Das Dirtbike sieht cool aus und ist gut für Sprünge geeignet. Meistens haben die Dirt Bikes nur eine Hinterradbremse. Bei bestimmten Tricks kann man dadurch den Lenker komplett drehen. Die Federgabel ist enorm wichtig, weil die Sprünge bei den Profis bis zu zehn Meter weit und ziemlich hoch sind.

Freeride: Das Freeride hat sich mittlerweile zur Königsdisziplin unter den jungen Fahrern entwickelt. Es geht hier nicht um Schnelligkeit oder die Höhe der Sprünge, sondern um spektakuläre Fahrten durch außergewöhnliche Kulissen - mit Videoclip-tauglichen Einlagen, Sprüngen oder Tricks. Alles, was viele Klicks bringt, ist hier erlaubt und wird ausprobiert. Eine Empfehlung zum Anschauen: Der Österreicher Fabio Wibmer zeigt bei Youtube ziemlich verrückte Sachen, die er in Erklärvideos auch noch unterhaltsam beschreibt. Das gucken die Biker heutzutage.