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"Frauen und Männer, zuhören!"

Frank Noack
Frank Noack FOTO: M. Behnke
Am Montagmorgen in der Sport redaktion der RUNDSCHAU. Neue Woche, neue Herausforderungen. Höchste Zeit für eine Motivations-Ansprache an die Kollegen.

"Frauen und Männer, zuhören! Hunderttausende Leser sitzen jetzt da draußen und warten, dass ihr heute an euren Computern und Fotoapparaten explodiert. Hunderttausende! Sie beten zu Gott, dass ihr die richtigen Buchstaben findet. Dass ihr die Dinge schon aufschreibt, bevor sie überhaupt passiert sind - natürlich mit Foto. Dass ihr mit euren Texten dafür sorgt, dass Energie Cottbus am letzten Regionalliga-Spieltag doch noch die sechs Punkte auf Tabellenführer Jena aufholt.

Aber, Frauen und Männer, ein Punkt ist mir noch viel wichtiger. Wenn ihr nach Hause geht, könnt ihr all die Rechtschreibfehler, die hier im Büro passieren, bei euren Frauen, bei euren Kindern, bei euren Freundinnen abladen. Sie sind immer für euch da. Immm-mmmer! Und heute sitzen sie genauso da draußen und beten zu Gott, dass ihr ein Zeitungs-Feuerwerk abfackelt.

Ihr müsst mir deshalb hier jetzt ein Versprechen ableisten. Dass ihr in den acht Stunden Arbeitszeit heute für eure Familie alles gebt und die Kaffeepausen so kurz wie möglich haltet.

Für eure Familie, für eure Kinder werdet ihr heute ackern. Von der ersten bis zur letzten Zeile. Wir! Werden! Heute! Eine! Tolle! Zeitung! Machen! Versprecht ihr mir das???"

"Jaaaaaa!!!" (Alle Frauen und Männer trommeln jetzt mit der Hand auf den Schreibtisch.)

Falls Ihnen, liebe Leser, diese Ansprache irgendwie bekanntvorkommt - dann könnte es sein, dass der Bielefelder Co-Trainer Carsten Rump bei uns zugehört hat. Oder umgekehrt.