| 02:38 Uhr

"Frau Merkel ist ein ganz normaler Mensch"

Fabian Hambüchen hat es am Reck immer noch drauf.
Fabian Hambüchen hat es am Reck immer noch drauf. FOTO: dpa
Kienbaum. Erst beeindruckte Fabian Hambüchen Angela Merkel am Reck, später saß der Olympiasieger bei der Kanzlerin am Tisch. Der 29-Jährige hat zwar seine internationale Laufbahn längst beendet, doch beim Sommerfest in Kienbaum trat er noch einmal zusammen mit den früheren Nationalteam-Kollegen zu einer eindrucksvollen Turn-Einlage an. dpa/noc

Merkel hatte sichtlich Spaß, und auch die DTB-Cracks empfanden das Gespräch mit der CDU-Politikerin als angenehm. "Es war sehr harmonisch. Frau Merkel ist auch nur ein ganz normaler Mensch", sagte Hambüchen.

Deutschlands Vorzeige-Turner hatte die Kanzlerin bereits vor ein paar Wochen beim deutschen Turnfest in Berlin getroffen. "Wir hatten bei der Gala im Olympiastadion ein längeres Gespräch", erzählte Hambüchen, der dort vor großer Kulisse feierlich aus der Auswahl verabschiedet worden war.

Die anderen deutschen Turnasse Andreas Bretschneider, Andreas Toba, Marcel Nguyen und der nach Kreuzband-Operation noch an Krücken laufende Lukas Dauser legten in Kienbaum allesamt ein breites Lächeln auf, als Merkel sie in der topmodernen Turnhalle der Reihe nach per Handschlag begrüßte. "Für sie war das sicherlich auch mal was anderes", sagte der Ex-Cottbuser Bretschneider, und der frühere deutsche Mehrkampf-Meister Toba lobte: "Sie war sehr entspannt und hat einen interessierten Eindruck gemacht. Sie schien mir gut informiert zu sein."

Zuvor hatte Merkel bei ihrem Rundgang über das Gelände des imposanten Sportkomplexes zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) auch das Gespräch mit Kanuten und Leichtathleten gesucht.

Deutschlands Turner kommen schon seit Längerem in die Abgeschiedenheit von Kienbaum, um sich auf internationale Wettkämpfe vorzubereiten. Bereits vor einer Woche kam das Team von Cheftrainer Andreas Hirsch zum Lehrgang in das neu benannte Olympische und Paralympische Trainingszentrum für Deutschland. Außer Nguyen, dem zweifachen Silbermedaillen-Gewinner der Sommerspiele in London, befinden sich die anderen Top-Athleten nach Verletzungen im Aufbautraining. Reck-Spezialist Bretschneider hat nach zwei Schulter-Operationen in diesem Jahr noch gar keinen Wettkampf bestritten. Sein Ziel ist es, bis zur WM Anfang Oktober im kanadischen Montreal fit zu werden. "Aktuell bin ich voll im Plan", sagte er. Toba tastet sich nach drei Knie-Operationen wieder heran. In der 2. Bundesliga turnte er bislang einmal für Schwäbisch Gmünd nur am Pauschenpferd. "Bei den Spring geräten fällt mir der Abgang noch schwer", erläuterte er. Bis zur WM möchte Toba auch noch eine hochwertige Ringeübung anbieten.

Das internationale Karriere-Ende Hambüchens bedauern die Turner. Andererseits falle es für die kommende WM nicht so sehr ins Gewicht. "Es ist eine Einzel-WM, es gibt keine Teamwertung, daher ist es nicht so schlimm, dass er fehlt", bemerkte Bretschneider.

Hambüchen hat das Turnen noch nicht vollends aufgegeben. In der Bundesliga will der Wetzlarer für die KTV Obere Lahn weiter an den Start gehen. Nach seiner Schulter-Operation fühlt es sich auf gutem Weg. "Am Reck bin ich noch voll da", sagte der Olympiasieger von Rio de Janeiro. Egal, ob mit oder ohne Kanzlerin.

Die deutschen Turner im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel.
Die deutschen Turner im Gespräch mit Kanzlerin Angela Merkel. FOTO: dpa