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Frankreich und die Esel von damals

Der heutige Nationaltrainer Didier Deschamps fand vor 23 Jahren: "Wir sind richtige Esel."
Der heutige Nationaltrainer Didier Deschamps fand vor 23 Jahren: "Wir sind richtige Esel." FOTO: dpa
Frankfurt/Main. Die Erinnerung an die historische Blamage vor 23 Jahren schmeckte Didier Deschamps gar nicht. Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Bulgarien wurde der Trainer von Vize-Europameister Frankreich noch einmal mit der schmachvollen 1:2-Niederlage im November 1993 konfrontiert, die Frankreich die WM-Teilnahme in den USA kostete. Jan Lehmann

"Ich habe wirklich keine Lust, davon zu sprechen", wehrte Deschamps ab.

In Frankreich gilt die Niederlage durch ein Last-Minute-Tor von Emil Kostadinow noch heute als eine der schwärzesten Stunden in der Fußball-Geschichte der Grande Nation. "Wir sind richtige Esel", hatte Deschamps als damaliger Mittelfeldregisseur nach dem K.o. festgestellt. Es verwundert daher nicht, dass das einstige Trauma vor dem Wiedersehen mit den Osteuropäern an diesem Freitag ein gefundenes Fressen für die Medien war. Zumal die Franzosen mit der Nullnummer in Weißrussland schwach in die Qualifikation für die Endrunde 2018 in Russland gestartet sind.

Deschamps ficht dies alles nicht an. "Wir werden dafür sorgen, dass wir gegen Bulgarien drei Punkte holen", verkündete er. Allerdings begegnet er den Bulgaren mit Respekt. "Das ist ein konkurrenzfähiges Team", sagte Deschamps. "Die werden wie die Niederlande ein Wort mitreden." Der WM-Dritte von 2014, bei der EM in diesem Jahr nur Zaungast, empfängt zur gleichen Zeit Weißrussland. Am kommenden Montag kommt es dann zum direkten Duell der beiden Gruppenfavoriten.

Zuletzt drohte Hollands Fußball nach dem Abgang der prominenten Assistenztrainer Dick Advocaat (Fenerbahce Istanbul) und Marco van Basten (Fifa) sowie dem angekündigten Rücktritt von Verbandsdirektor Bert van Oostveen im Chaos zu versinken.

Davon ist Europameister Portugal weit entfernt, auch wenn die euphorisierten Fans durch die Auftakt-Niederlage in der Schweiz aufgeschreckt worden sind. Im Heimspiel gegen Fußball-Zwerg Andorra droht kaum Ungemach, zumal Superstar Ronaldo wieder dabei ist.