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Fliegender Start für den Lausitzring

FOTO: DTM
Klettwitz. Der Countdown zum Start des Motorsport-Festivals am Wochenende in Klettwitz läuft. Die Rennstrecke gerät beim Aufeinandertreffen von DTM und ADAC GT Masters an ihre Grenzen – doch der Aufwand dürfte sich lohnen. Jan Lehmann

Eng. Spannend. Schmutzig. So muss sich das legendäre Indy-500-Rennen in Indianapolis anfühlen - zumindest ein bisschen. Speziell mit einer von mehreren neuen Regeln hatte das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) beim Saisonauftakt auf dem Hockenheimring für viele Diskussionen gesorgt. Am Wochenende kommt die DTM nun mit dem neuen fliegenden Start nach Klettwitz. Lausitzring-Chef Josef Meier berichtet: "Die Aufbauarbeiten haben begonnen. Unser Fahrerlager ist schon sehr gut gefüllt."

Das Motorsport-Festival, bei dem sich deutschlandweit einmalig mit der DTM und dem ADAC GT Masters die beiden populärsten nationalen Rennserien treffen, bringt die Rennstrecke an ihre Grenzen. Josef Meier erklärt: "Wir können sehr froh sein, dass wir so ein großes Fahrerlager haben. Jeder Zentimeter ist ausgeplant."

Die drei DTM-Hersteller Mercedes, BMW und Audi stellen ihre Trucks auf, die Teams des ADAC GT Masters bringen ihre Supersportwagen an den Ring. Gleichzeitig werden die verschiedenen Zuschauerattraktionen im Fan-Village installiert, ab Mittwoch kommen die ersten Fahrer. Hinter den Boxen geht es derzeit also ähnlich eng wie zuletzt beim viel diskutierten fliegenden Indy-Start in Hockenheim zu.

Dort hatte es nach einer Safetycar-Phase erstmals den neu eingeführten Re-Start im fliegenden Indianapolis-Stil gegeben. Die Autos formierten sich in Zweier-Reihe und bogen dicht an dicht auf die Start- und Zielgeraden ein, als die Ampeln wieder auf Grün schalteten. Die Folge: Es wurde extrem eng - und auch etwas schmutzig. BMW-Pilot Timo Glock protestierte bei der Rennleitung, dass sich sein Audi-Konkurrent Jamie Green nicht an die vereinbarten Regeln gehalten habe. Eigentlich hätten alle Fahrer vorab nur auf 70 Stundenkilometer beschleunigen dürfen. Doch eine Geschwindigkeitsanalyse ergab, dass die meisten Piloten bis an die 100 km/h auf dem Tacho hatten.

DTM-Renndirektor Sven Stoppe kündigte zwar an, die neue Regel zu optimieren: "Bis zum Rennen am Lausitzring werden wir noch etwas Feinjustierung betreiben." Doch insgeheim dürfte er die Jubelfaust ballen: So wird das Tourenwagen-Rennen noch spektakulärer - genau das hatte der neue DTM-Chef Gerhard Berger vor Saisonbeginn gefordert. Auch Lausitzring-Chef Meier gibt zu, dass ihm die neue Regel gut gefällt: "Das macht richtig Spaß und ist sicher genau nach dem Geschmack der Zuschauer."

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Rennstreckenbetreiber in Klettwitz schon seit längerer Zeit ein Indycar-Rennen auf dem Lausitzring wünschen. Das europaweit einzigartige Tri-Oval wäre dafür bestens geeignet, die ersten Kontakte zu den Veranstaltern in Übersee sind schon geknüpft.

Doch bis tatsächlich die Amerikaner durch die Lausitz brettern, ist das Motorsport-Festival eine (fast) gleichwertige Alternative. Die 400 000-Zuschauer-Rekordmarke vom legendären "Indy 500" ist zwar unerreichbar. Aber Lausitzring-Chef Meier berichtet: "Der Vorverkauf läuft sehr gut, wir sind auf Vorjahresniveau." Im vergangenen Juni waren insgesamt 67 500 Zuschauer an die Strecke gekommen. Die neuen DTM mit "Indy"-Aroma und die wohlwollenden Wetteraussichten könnten nun dafür sorgen, dass diese Marke sogar übertroffen wird.

Zum Thema:
Der Lausitzring teilt mit, dass die Besuchertribüne, das Welcome Center sowie das Restaurant Speedway Inn ab Dienstag wegen der Aufbauarbeiten für das Motorsport-Festival geschlossen bleiben. Eintrittskarten können demnach noch am Kassenbereich im oberen Kreisverkehr zum Vorverkaufspreis erworben werden. Wochenendtickets sind ab 15 Euro erhältlich. Die Karten gibt es außerdem über die Tickethotline 0355 481555 sowie unter www.lautix.de .