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| 02:37 Uhr

Felix Michel: Der Meistertitel wird uns nicht helfen

Auf Olympiakurs: Felix Michel (r.) und Sebastian Piersig von der SG Einheit Spremberg wollen am Wochenende bei den beiden ersten von vier Qualifikationsläufen den Grundstein für eine Olympia-Teilnahme legen.
Auf Olympiakurs: Felix Michel (r.) und Sebastian Piersig von der SG Einheit Spremberg wollen am Wochenende bei den beiden ersten von vier Qualifikationsläufen den Grundstein für eine Olympia-Teilnahme legen. FOTO: imago
Die ersten beiden von vier Qualifikationsrennen für die Olympischen Spiele stehen für Felix Michel und Sebastian Piersig von der SG Einheit Spremberg am Wochenende in Augsburg auf dem Programm. Die amtierenden deutschen Meister im C2-Canadier wollen auf dem Eiskanal den Grundstein für das Ticket für die olympischen Kanuslalom-Wettbewerbe lösen. „Unser Ziel ist ganz klar Peking. Wir erinnern uns gern an den Meistertitel 2007 – er wird uns aber leider nicht helfen können“ , sagte gestern Felix Michel. Von Thomas Juschus

Vor vier Jahren haben Michel/Piersig in Athen bereits Olympia-Luft geschnuppert. Damals hatte der Internationale Kanuverband das junge deutsche Boot als Vorausfahrer eingeladen. Inzwischen haben sich die Junioren-Weltmeister von 2002 im Elitebereich etabliert. 2006 und 2007 kam Mannschafts-Gold bei der EM dazu, im Vorjahr waren beide als Neunte außerdem bestes deutsches EM-Boot im Einzel und holten den Meistertitel. „Nichts ist vergänglicher als Erfolge“ , sagt Felix Michel.
In Augsburg geht es am Samstag bei Null los. „Vier deutsche Boote dürfen sich Hoffnungen machen“ , sagt Heimtrainer Armin Kießlich, der heute zur Unterstützung nach Bayern reisen wird. Neben Michel/Piersig sind das David Schröder/Frank Henze, Kay und Robby Simon und die Olympia-Zweiten von 2004, Marcus Becker/Stefan Henze (alle Halle/Saale).
Die Vorbereitungen liefen für die Lausitzer nach eigenem Bekunden bisher sehr gut – trotz einer mäßigen „Generalprobe“ bei einem Internationalen Wettkampf in Markkleeberg (die RUNDSCHAU berichtete). „Die Grundlagen wurden im Winter gelegt, die sportspezifischen Feinheiten konnten wir uns dieses Jahr drei Wochen lang in Sydney und auf der Olympiastrecke von Athen holen“ , erläutert Michel. „In den letzten Wochen war intensives Training in Leipzig angesetzt, um die Strecke besser lesen zu lernen“ , so der 23-Jährige. „Wir mussten uns in Markkleeberg neu einfahren, da der Wasserdruck erhöht wurde, um eine Annäherung an die Verhältnisse in Peking zu schaffen. Genau aus diesem Grund war es uns sehr wichtig, das Training dort nicht zu vernachlässigen, da 50 Prozent der Olympiateilnahme von Markkleeberg abhängen.“
In Augsburg bei den ersten beiden Rennen erhofft sich das Duo dagegen einen „Heimvorteil“ . „Wir sind jetzt seit dreieinhalb Jahren in Augsburg und wissen daher gut mit der Strecke umzugehen, kennen die Feinheiten und Tücken des Kanals schon sehr gut“ , so Felix Michel.
Die Favoritenrolle sieht der Sportsoldat der Sportförderkompanie Sonthofen bei anderen Canadiern. Einen Bonus als jüngstes Boot hätten Michel/Piersig auch nicht mehr: „Ich weiß auch nicht, ob wir diesen Vorteil jemals hatten. Jedes Boot bereitet sich auf so eine Qualifikation intensiv vor, um den anderen Booten zu zeigen, was man besser kann als alle anderen. Am Ende steht nur ein Boot auf dem Ticket nach Peking – und keiner fragt wie alt es ist.“ Und auf dieser Fahrkarte wollen die jungen Spremberger stehen.


Zum Thema Die Olympia-Quali
  Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) hat für die Olympia-Qualifikation vier Läufe angesetzt – zwei in Augsburg (26./27. April) und zwei in Markkleeberg (3./4. Mai). Die drei besten Werte gehen in die Wertung ein. Nur ein C2-Canadier von vier deutschen konkurrenzfähigen Booten kann sich für die Olympischen Spiele qualifizieren.
Die Olympia-Wettbewerbe im „Shunyi Olympic Rowing Canoeing Park“ werden am 13./14. August ausgefahren.