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FC Modeste geht Hertha "auf den Sack"

In Köln tragen sie den dreifachen Torschützen Anthony Modeste natürlich auf Händen.
In Köln tragen sie den dreifachen Torschützen Anthony Modeste natürlich auf Händen. FOTO: dpa
Berlin. Berlin kassiert beim 1. FC Köln die sechste Auswärtsniederlage in Serie und lässt selbst Trainer Pal Dardai ratlos zurück. Jens Mende / Berlin

Am Tag nach der sechsten Auswärtsniederlage in Serie fasste Pal Dardai das frustrierende Geschehen von Köln noch einmal in einem Satz zusammen: "Es war FC Modeste gegen Hertha BSC: 4:2." Ein Tore-Dreierpack des nun 22-maligen Saisonschützen Anthony Modeste und ein Treffer des Japaners Yuya Osako verhinderten im Ringen um einen Europacupplatz einen "Big Point" des Berliner Fußball-Bundesligisten.

Das gehe ihm und auch der Mannschaft kräftig "auf den Sack" formulierte Dardai am Sonntag drastisch. "Jedes Mal die gleiche erste Halbzeit. Wir sind zu nett, kommen nicht in die Zweikämpfe. Es gelingt spielerisch nichts", beklagte Dardai. Die Steigerung nach der Pause - diesmal mit Treffern von Vedad Ibisevic und John Anthony Brooks - nutze dann nichts mehr.

Eine richtige Erklärung für die riesen Diskrepanz zwischen den erfolgreichen Auftritten im eigenen Stadion und den Enttäuschungen in der Fremde hat der Ungar auch nicht. Vor allem die Schnelligkeit des Dreifach-Torschützen Modeste sei eine "andere Dimension" gewesen. Es seien auch individuelle Fehler wie in Köln vom Japaner Genki Haraguchi, die sein Team immer wieder in Bedrängnis bringen, erklärte Dardai: "Es ist es wie ein Dominoeffekt." Die mühsam errichteten Steine stürzen immer wieder ein. "Bei uns sieht es gut aus, wenn wir systematisch und diszipliniert unsere Sache durchziehen, nicht übermotiviert. Da musst du einfach Kampfgeist zeigen, das war nicht der Fall", betonte der Trainer.

Der Frust sitzt tief. Großartig analysieren will Dardai die erneute Auswärtspleite aber nicht mehr: "Wir schauen nach vorn." Hertha steht mit 40 Punkten immer noch auf Rang fünf. Allerdings sieht der Trainer sein Team nun vor einer besonders großen Herausforderung. Die Länderspielpause mache eine Vorbereitung auf das nächste Heimspiel am 31. März gegen 1899 Hoffenheim extrem schwierig, erklärte der Chefcoach. Einige Spieler würden erst zwei Tage vor der Freitagspartie wieder von ihren Nationalmannschaften zurückkehren. "Richtig gut zu arbeiten, ist da schwierig. Es wird ein reines Mentalitätsspiel", sagte Dardai.

Zudem plagen sich Offensivmann Salomon Kalou (Oberschenkel) und Innenverteidiger John Anthony Brooks (Knie) mit Blessuren. Der US-Nationalspieler bekam aber nach einer MRT-Untersuchung am Sonntag grünes Licht, zu den Länderspielen seines Nationalteams zu reisen. Der Ivorer Kalou muss pausieren, nachdem er gegen Köln schon nach einer halben Stunde den Platz verlassen musste. Eine genaue Diagnose der Verletzung soll es am Montag geben.

Das Heimspiel gegen Hoffenheim und die anschließende Reise nach Mönchengladbach werden für Hertha zu Wegweisern. "Es ist wichtig, wie du aus den beiden Spielen rauskommst", unterstrich Dardai. Im heimischen Stadion haben die Berliner die beste Bilanz aller Teams. Auswärts sind in dieser Saison nur drei Mannschaften schlechter. Manager Michael Preetz kündigte für das Gastspiel bei der Borussia am 5. April bereits an: "Da reisen wir erst am Spieltag an, weil es unter der Woche stattfindet. Ich fürchte aber, damit ist es nicht getan."

Anthony Modeste hatden Durchblick.
Anthony Modeste hatden Durchblick. FOTO: mtr1