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| 17:21 Uhr

Radsport
Experiment wird mit Silber belohnt

Im Finale der 4000m-Mannschaftsverfolgung sicherte sich das neu zusammengestellte Team Brandenburg I mit Maximilian Levy als Anfahrer, Henning Bommel, Roger Kluge und Richard Banusch den zweiten Platz gegen das favorisierte Team Heizomat rad-net.
Im Finale der 4000m-Mannschaftsverfolgung sicherte sich das neu zusammengestellte Team Brandenburg I mit Maximilian Levy als Anfahrer, Henning Bommel, Roger Kluge und Richard Banusch den zweiten Platz gegen das favorisierte Team Heizomat rad-net. FOTO: Michael Deines / Michael Deines/PROMEDIAFOTO
Dudenhofen. Der neue Brandenburg-Vierer fährt bei der Deutschen Meisterschaft gleich auf Platz zwei. Levy holt Gold im Teamsprint. Von Sven Hering

Der ganz große Coup ist dem Brandenburger Vierer mit Sprinter Maximilian Levy vom RSC Cottbus, Roger Kluge, Henning Bommel (beide Endspurt Cottbus) sowie Youngster Richard Banusch (LKT Team Brandenburg) bei den Deutschen Bahnrad-Meisterschaften verwehrt geblieben. Doch auch mit der Silbermedaille konnten alle Beteiligten sehr gut leben.

Mit großer Spannung war die Entscheidung im Mannschaftsvierer erwartet worden. Auf Anhieb hatte es das Brandenburger Team ins Finale geschafft. Obwohl der Qualifikationslauf alles andere denn optimal war. „Wir haben viel Zeit liegen gelassen. Da ist im technisch-taktischen Bereich noch viel Luft nach oben“, erklärte vor der Entscheidung LKT-Teammanager Steffen Blochwitz.

Im Finale am Donnerstagabend standen sich das favorisierte Team Heizomat rad-net.de in der Besetzung Jasper Frahm/Felix Groß/Lucas Liss und Leif Lampater und das LKT-Team gegenüber. Die Titelverteidiger kamen frisch aus dem Höhentrainingslager und einige von ihnen werden bei der kommenden Europameisterschaft in Glasgow am Start stehen. Und so war es mehr als eine Prestigeangelegenheit, dieses spannende Duell zum Auftakt der Titelkämpfe zu gewinnen.

In der ersten Rennhälfte lag Team Brandenburg noch in Führung, aber dann holte Heizomat rad-net.de auf. Die Uhren stoppten bei 4:07,54 Minuten und damit waren sie mehr als eine Sekunde schneller als Brandenburg (4:08,82 Min.) „Sie haben eine gute Vorstellung geboten. Die Zeit war gut“, urteilte Bundestrainer Sven Meyer direkt nach dem Lauf.

„Wir waren ein super Team und hatten schon in der Vorbereitung jede Menge Spaß zusammen. Als es dann ins Finale ging, wusste einfach jeder, was er zu tun hat und konnte nochmal mehr aus sich herausholen, es lief wie auf Schienen“, freute sich Jasper Frahm. Und Lucas Liß fügte an: „Jeder hat seinen Job zu 100 Prozent erfüllt.“

Zufriedene Gesichter sah man aber auch beim Team Brandenburg, deren Experiment geglückt war. Mit Sprinter Maximilian Levy war ein schneller Anfahrer ins Boot geholt worden, und der Vierer fuhr sehr homogen ums Oval, ehe Levy ausscherte und die übrigen Drei das Rennen zu Ende brachten. „Wir sind echt zufrieden. Das lief super. Max Levy und auch der junge Banusch haben einen echt guten Job gemacht“, sagte Roger Kluge über seine Mitfahrer. Teammanager Steffen Blochwitz verteilte ebenfalls viel Lob. „Die Jungs haben das super gemacht, das Experiment ist geglückt.“ Zum Schluss habe der Vierer noch einmal stark aufgeholt. „Eine Runde mehr und wir wären vorn gewesen“, mutmaßte Blochwitz.

Maximilian Levy grinste zufrieden. „Wir konnten uns im Finale um fast vier Sekunden steigern und einen für uns nahezu optimalen Lauf fahren. Die rad-nets hielten von Anfang an kräftig dagegen und waren noch schneller, herzlichen Glückwunsch!“, schrieb der Cottbuser am Freitag auf seiner Facebook-Seite. Insgesamt sei es ein toller Tag gewesen. „Auch hat mir das Training auf dem Weg zum Tag x viel gebracht und ich bin über meine eigene Weiterentwicklung erstaunt“, erklärte Levy.

Der zweite Brandenburg-Vierer mit den LKT-Fahrern Leo Appelt, Jonas Bokeloh, Christian Koch und Philipp Weber (4:11,487 Minuten) musste sich im kleinen Finale gegen die zweite Mannschaft von Heizomat rad-net.de um Maximilian Beyer, Leon Rohde, Nils Schomber und Domenic Weinstein (4:09,271 Minuten) geschlagen geben. Beim LKT-Team bescheinigt man den „Jungen Wilden“ ein großes Potenzial.

Noch nicht klar ist, ob der Silber-Vierer noch einmal in dieser Besetzung an den Start gehen wird. „Ob und wie die Vierer-Geschichte sich wiederholt, müssen wir nicht jetzt entscheiden“, erklärte Maximilian Levy am Freitag auf RUNDSCHAU-Nachfrage. „Erstmal die Meisterschaft über die Bühne bringen und dann sehen wir weiter.“

Am Freitagabend wurde Levy dann zusammen mit Nik Schröter und Maximilian Dörnbach Deutsche Meister im Teamsprint. Sie siegten im Finale gegen Stefan Bötticher, Joachim Eilers und Valentin Schumann. Am Sonntag wird der Cottbuser noch im Keirin an den Start gehen.

Gleichfalls am Freitag holte Anton Höhne vom RSC Cottbus seine zweite Medaille. Er belegte im Sprint der U19-Junioren wie schon am Vorabend beim 1000-Meter-Zeitfahren Platz zwei hinter Elias Edbauer vom gastgebenden RV 08 Dudenhofen.

Und es gab noch eine Silberne für eine Lausitzer Sportlerin. In der 4000m-Mannschaftsverfolgung wurde Lisa Küllmer vom RSC Cottbus zusammen mit Tatjana Paller, Michaela Ebert und Laura Süßemilch Zweite hinter Charlotte Becker, Anna Knauer, Gudrun Stock und Vanessa Wolfram.

Glücklich über Silber für das Team Brandenburg: Maximilian Levy, Roger Kluge, Henning Bommel und Richard Banusch (vl.).
Glücklich über Silber für das Team Brandenburg: Maximilian Levy, Roger Kluge, Henning Bommel und Richard Banusch (vl.). FOTO: Michael Deines / Michael Deines/PROMEDIAFOTO