ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:30 Uhr

Ex-Hürdenläuferin Birgit Uibel aus Cottbus ist tot

Cottbus. Die ehemalige Hürdenläuferin Birgit Uibel-Sonntag ist am vergangenen Sonntag in Cottbus verstorben. Wie erst am gestrigen Donnerstag bekannt wurde, erlag die Cottbuserin einer inneren Erkrankung. dpa/Eig. Ber./jam

Die nur 48 Jahre alt gewordene Ex-Leichtathletin hatte ihren leistungssportlichen Höhepunkt beim SC Cottbus in der ersten Hälfte der 80er-Jahre. In dieser Zeit startete sie zehnmal bei Länderkämpfen der DDR-Auswahl. 1984 gewann Birgit Uibel die DDR-Meistertitel über 400 Meter Hürden in 54,90 Sek. Bei den Europameisterschaften 1982 belegte sie den sechsten Platz. Von 1981 bis 1993 war Birgit Uibel-Sonntag mit dem heutigen Radsport-Bundestrainer Detlef Uibel verheiratet.

Im Juni 2000 hatte Birgit Uibel, die mit 14 von der TSG Lübbenau auf die Cottbuser Sportschule gewechselt war, im DDR-Doping-Prozess in Berlin ausgesagt, dass ihr bereits im jugendlichen Alter von verantwortlichen Trainern Anabolika verabreicht worden waren. Sie bestätigte damals zugleich ihre Unwissenheit über den wahren Inhalt der Präparate und die Nebenwirkungen sowie die auferlegte Schweigepflicht. Die ehemalige Hürdenläuferin litt bereits während ihrer Karriere unter Beschwerden und brachte nach Ende ihrer Laufbahn ein behindertes Kind zur Welt.

Im Gespräch mit der RUNDSCHAU vor einigen Jahren räumte Birgit Uibel als offensichtliche Folge des jahrelangen Dopings große Probleme mit Leber und Schilddrüse ein. Seit sie 15 war, habe sie vor wichtigen Wettkämpfen „unterstützende Maßnahmen“, wie Dopingmittel in der DDR bezeichnet wurden, erhalten. „Hätte ich damals gewusst, was das Zeug anrichten kann, hätte ich es nicht genommen. Das Zeug haben doch fast alle genommen. Wer sich geweigert hat, musste aufhören“, sagte sie im August 2003 in einem RUNDSCHAU-Beitrag. 1984 nach dem Boykott der DDR für die Olympischen Spiele in Los Angeles folgte das Karriereende, sportliche Betätigungen waren ihr fortan nicht mehr erlaubt. Zuletzt leitete sie die Kunstgalerie Atlantis in Cottbus. dpa/Eig. Ber./jam