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Ex-Cottbuser Reghecampf schießt Bayern ab

Starker Auftritt: Laurentiu Reghecampf.
Starker Auftritt: Laurentiu Reghecampf. FOTO: ddp
Aachen.. Den ersten Titel fahrlässig verspielt, vom Trauma Tivoli eingeholt – Uli Hoeneß konnte sich nur mit Mühe im Zaum halten. ddp

Der Manager des FC Bayern München war nach dem Aus im Achtelfinale des DFB-Pokals sichtlich angefressen: "Sie wollen immer Schönheitstore machen. Im Pokal musst du ihn auch mal mit der Pieke reinhauen." 1050 Tage nach der letzten Pleite (1:2) beim damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen ging der Favorit vor 20 800 Zuschauern im ausverkauften "Hexenkessel" Tivoli erneut unter.
Doch Hoeneß beruhigte sich umgehend. "Ich finde es gar nicht so schlimm, das kann mal passieren", besänftigte sich der Fußball-Weltmeister von 1974 schließlich selbst. Abhaken, sich auf die Meisterschaft und die Champions-League-Aufgabe gegen Real Madrid konzentrieren und zur Besinnung kommen - mehr wollte Hoeneß nach dem 2:4 (0:3) nicht. "Wir wollen auch mal ein bisschen Weihnachtsruhe haben. Schöne Feiertage."
Hoeneß regte sich schnell ab, obwohl ihm die Bayern-Angreifer mit dem Auslassen hochkarätiger Chancen heftige Adrenalinschübe versetzt hatten. "Die erste Viertelstunde war das Beste, was wir in dieser Saison auswärts gespielt haben", kommentierte der 54-Jährige eine Anfangs-Gala, der nur eines fehlte: Die Treffer. "In den ersten 15 Minuten müssen wir hier doch 3:0 führen", sagte Hoeneß. Doch diese Fahrlässigkeit wurde von entfesselten Aachenern mit einer perfekten Verwertungsquote gnadenlos bestraft.
Die Bayern standen vor einem Debakel. 0:3 lagen sie zurück, nachdem der Ex-Cottbuser Laurentiu Reghecampf (11./39. Minute) und Marius Ebbers (44.) den Rekordsieger regelrecht entzaubert hatten. "Wir hatten eine vermeintliche Überlegenheit, die sich in Torchancen ausgedrückt hat, aber nicht in Toren. Durch diese trügerische Sicherheit haben wir dann Fehler gemacht", befand Chefcoach Felix Magath.
In der alten Kaiserstadt Aachen wurde der Fußball endgültig zum König. "Die Alemannia hat ein fantastisches Jahr hinter sich gebracht", entfuhr es dem ansonsten so sachlichen Trainer Michael Frontzeck. "Und dann noch dieses fantastische 4:2 gegen die Bayern. Mit diesem Sieg hat sich die Mannschaft selbst und die Fans beschenkt." Doch die Bescherung geriet noch in Gefahr, als der eingewechselte Lukas Podolski (47.) und Mark van Bommel mit einem "Kunstschuss" (68.) die Partie auf die Kippe brachten.
Doch dann hatte Jan Schlaudraff ausgerechnet gegen seinen möglichen neuen Arbeitgeber den großen Auftritt. "Das wird er noch teuer bezahlen", rang sich Hoeneß einen Scherz ab, nachdem Jung-Nationalspieler Schlaudraff in der Schlussminute seinen Marktwert mit einem unwiderstehlichen Alleingang und einem vollkommenen Tor-Abschluss erhöht hatte. (dpa/noc)
Achtelfinale: Dienstag: VfL Osnabrück - Hertha BSC 0:3 (0:2), VfL Bochum - VfB Stuttgart 1:4 (0:1), Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 3:1 n.V. (1:1,1:1), 1. FC Nürnberg - SpVgg Unterhaching 2:1 i.E. (0:0).
Mittwoch: Kickers Offenbach - Wacker Burghausen 2:1 (0:0), SpVgg Greuther Fürth - VfL Wolfsburg 1:3 (0:1), Hannover 96 - MSV Duisburg 1:0 (1:0), Alemannia Aachen - Bayern München 4:2 (3:0).