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Europameisterschaft-Silber als Trost

Die deutschen Volleyballer jubeln nach einem erfolgreichen Angriff.
Die deutschen Volleyballer jubeln nach einem erfolgreichen Angriff. FOTO: dpa
Krakau. Das Turnier der deutschen Volleyballer war atemberaubend. Im Finale von Krakau verlangen die Schmetterkünstler Favorit Russland alles ab. Es reicht aber nicht ganz. Martin Moravec

Etwas fassungslos wirkten die deutschen Volleyballer nach ihrer goldwürdigen EM. Die historische Traumreise der Mannschaft um den überragenden Diagonalangreifer Georg Grozer ging in Polen erst im Endspiel gegen Russlands Riesen zu Ende. Trotz starker Leistung verpassten die Deutschen die Krönung in Krakau mit dem ersten Titel bei der Endrunde.

Drei Jahre nach dem Gewinn von WM-Bronze in Polen forderten die Schmetterkünstler von Nationaltrainer Andrea Giani dem Topfavoriten alles ab und durften sich nach dem 2:3 (19:25, 25:20, 22:25, 25:17, 13:15) in einem echten Herzschlag-Finale mit der hochverdienten Silbermedaille trösten.

Die Russen waren aber ein anderes Kaliber als die Kontrahenten zuvor. Im Turnierverlauf hatte der Weltranglisten-Vierte zuvor keinen Satz abgegeben. Der Respekt vor dem russischen Block war den Deutschen auch anzumerken. Gianis Mannschaft suchte ihren Rhythmus gegen diese so dynamisch spielenden Athleten - und fand ihn auch. Die Annahme wurde sicherer, der Rivale leistete sich im Angriff Fehler.

Spätestens beim Stand von 15:15 waren Grozer & Co. in ihrem ersten EM-Endspiel so richtig angekommen. Doch die Russen drehten wieder auf und sicherten sich dank Star-Angreifer Maxim Michailow Satz eins.

Im furiosen Halbfinale gegen Serbien hatten die Deutschen nach einem 0:2-Satzrückstand riesige Nervenstärke bewiesen und sich beharrlich ins Match zurückgekämpft. Der Start in Durchgang zwei war imponierend: Die mutige DVV-Truppe wuchs über sich hinaus und setzte sich mit 20:12 ab. Russland war konsterniert und verlor den Satz.

Der Olympiasieger von 2012 war gereizt. Die Deutschen blieben aber im Block hellwach und ließen sich nicht aus dem Konzept bringen. Gegen Ende des dritten Durchgangs wurde Michailow präsenter und führte sein Team auch zum Gewinn des Satzes. Deutschland kämpfte und spielte weiter überragend. Gianis Männer erzwangen sogar Satz fünf. Dort hatten die Russen aber letztlich das Glück auf ihrer Seite.