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Europa League: Auftakt gegen Topteams

Leonardo Bittencourt tritt mit dem 1. FC Köln beim FC Arsenal an. Nach 25 Jahren sind die Rheinländer zurück im Europapokal.
Leonardo Bittencourt tritt mit dem 1. FC Köln beim FC Arsenal an. Nach 25 Jahren sind die Rheinländer zurück im Europapokal. FOTO: dpa
Düsseldorf. Hertha BSC, 1899 Hoffenheim und der 1. FC Köln starten in die Europapokal-Saison. In Köln ist die Euphorie groß, in Berlin eher klein. Ralf Jarkowski

Zwei alte Bekannte und ein Neuling fiebern dem Startschuss in der Europa League entgegen. Der 1. FC Köln und Hertha BSC kehren mit einer langen Europapokal-Geschichte auf die internationale Bühne zurück. 1899 Hoffenheim freut sich nach der gescheiterten Qualifikation für die Champions League auf den ersten Auftritt in der Europa League.

Alle drei Bundesligisten treffen dabei im ersten Spiel am Donnerstag auf den wohl jeweils stärksten Gruppengegner. Die Kölner gelten bei Arsenal London (21.05 Uhr/Sport1) als krasser Außenseiter. 1899 Hoffenheim trifft auf Sporting Braga (19/Sky), Hertha BSC spielt zuerst zu Hause gegen den spanischen Vertreter Athletic Bilbao (21.05 Uhr/Sky).

Vor dem ersten Europapokal-Auftritt seit 25 Jahren müssen die Kölner ihren Liga-Fehlstart mit drei Niederlagen in Serie aus den Köpfen bekommen. Doch in London trifft der Liga-Tabellenletzte auf einen der stärksten Gegner im Wettbewerb mit den deutschen Weltmeistern Per Mertesacker und Shkodran Mustafi. Dennoch herrscht eine gewisse Vorfreude im Team. "Wir können in Selbstmitleid verfallen oder jede Aufgabe als Chance sehen", meinte FC-Trainer Peter Stöger. Chancenlos sieht der Österreicher seine Mannschaft beim 13-maligen englischen Meister nicht. "Wir wollen dort gewinnen, sonst bräuchten wir gar nicht hinzufliegen", sagte Stöger. Unterstützt werden soll das Kölner Team von mehr als 10 000 Anhängern, allerdings gab es nur 2900 Tickets für den Gästeclub.

Die Berliner Anhänger sind vom Europapokalauftritt ihrer Hertha weniger elektrisiert. Einen Tag vor dem Gastspiel von Athletic Bilbao läuft der Ticket-Vorverkauf für das erste Gruppenspiel der Hertha in der Europa League seit acht Jahren schleppend. "Wir wissen, dass nicht so viele Zuschauer kommen werden. Das müssen wir akzeptieren. Berlin ist so", sagte Trainer Pal Dardai. Dardai will aus dem Dilemma einfach eine sportliche Herausforderung machen. Ziel ist Platz eins oder zwei in der Gruppenphase: "Wenn wir gut spielen und weiterkommen und in der K.o.-Phase einen starken Gegner kriegen, dann wird das Stadion auch voll."

Das Athletic-Team, traditionell ausschließlich aus Profis mit baskischem Bezug bestehend, ist mit zwei Siegen und einem Remis in die spanische Liga gestartet und liegt in der Tabelle auf Rang vier. "Aber wir spielen zu Hause und da haben wir uns immer gut präsentiert. Wir wollen gewinnen", sagte Dardai.

Uneingeschränkte Freude herrscht bei Hoffenheim. Nach dem Sieg gegen Bayern München fiebert die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann der Partie gegen den Tabellenneunten der portugiesischen Liga entgegen. Die mit 1:2 und 2:4 verlorenen Spiele gegen den FC Liverpool um den Einzug in die Königsklasse seien aus den Köpfen. Nagelsmann betonte, die Europa League passe vom Wettbewerb her besser: "Da können wir uns alle optimal entwickeln und verbessern."

Neben Braga trifft der Vorsaison-Vierte noch auf den türkischen Club Basaksehir Istanbul und den bulgarischen Serienmeister Ludogorez Rasgrad.