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Motorsport
Erstes Rennen auf dem neuen Lausitzring

Beim Rallycross treten die Piloten in ihren  Boliden in Sprintrennen auf einer Strecke mit wechselndem Belag gegeneinander an.
Beim Rallycross treten die Piloten in ihren Boliden in Sprintrennen auf einer Strecke mit wechselndem Belag gegeneinander an. FOTO: Colin McMaster/McKlein / DPA
Klettwitz. Der Lauf zur Deutschen Rallycross-Meisterschaft ist die erste Motorsportveranstaltung unter dem neuen Eigentümer Dekra.

Von Jan Lehmann und Torsten Richter Zippack

Der Lausitzring erlebt an diesem Wochenende den ersten Motorsport-Test unter dem neuen Eigentümer Dekra. Das Auftaktrennen zur Deutschen Rallycross-Meisterschaft (DRX) gibt den sportlichen Startschuss in eine neue Ära auf dem Areal in Klettwitz, das sich laut Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze „von einer Renn- und Teststrecke zu einer Test- und Rennstrecke“ wandelt.

Es ist noch ungewiss, ob der Motorsport eine echte Zukunft auf dem neuen Lausitzring hat. Volker Noeske, Geschäftsführer des ­Dekra-Automobil-Test-Centers, hatte zumindest angekündigt, dass die Motorsport-Trasse am Südrand des 540 Hektar großen Areals erhalten bleiben soll. „Allerdings müssen sich die Nutzer unseren Bedingungen unterordnen“, stellte er klar. Dazu gehöre auch ein Film-Verbot. Die Dekra selbst werde keine Motocross-Rennen veranstalten. Für die DRX-Läufe ist nun der ADAC verantwortlich.

Diese Rennen sind eigentlich etwas für Motorsport-Insider. Sie finden auf Rennstrecken mit wechselndem Belag statt – also ein bisschen Asphalt, ein bisschen Schotter, viel Sand und auch ein paar Sprünge. Die kurzen Sprintrennen begeistern vor allem PS-Fans, weil die sogenannten Supercars sogar einen höheren Beschleunigungswert als Formel-1-Boliden haben.

Die ganz großen Zuschauerzahlen erreichen diese Veranstaltungen nicht, doch an diesem Wochenende könnte das auf dem Lausitzring ein bisschen anders sein. Nicht nur, dass die Private Renngemeinschaft Spandau (PRS), ein Ortsclub des ADAC Berlin-Brandenburg, 70 große Werbe-Aufsteller bis hin nach Berlin für die Rennen gebucht hat. Das Interesse vieler Motorsportfans dürfte einfach auch grundsätzlicher Natur sein – wegen der ungewissen Motorsportzukunft auf dem Lausitzring.

Klaus Portsch von der PRS betont, dass er bisher noch nicht viele Änderungen bemerkt habe: „Wir treffen fast überall die gleichen Leute und können unsere Rennen wie in den vergangenen Jahren durchführen.“ Portsch hofft auf 1000 bis 2000 Zuschauer am Wochenende und betont: „Wir haben ein sehr gutes Fahrerfeld zusammen.“

Die DRX-Nennungsliste umfasst 55 Teilnehmer aus Deutschland, Holland, Luxemburg, Belgien, Polen und Deutschland. Die Rennstrecke wurde etwas verändert, allerdings nicht auf Betreiben der Dekra, sondern aus Sicherheitsgründen. Eine Sprungkuppe hatte im Vorjahr einigen Autos die Vorderfront gekostet und wurde nun entschärft.

Wie es mit dem Rallycross auf dem Lausitzring weitergeht, ist noch offen – die Gespräche laufen. Portsch lässt durchblicken, dass es die Rennen auch künftig am Lausitzring geben soll, aber womöglich nicht mehr auf dem bisherigen Areal. Die Dekra macht kein Geheimnis daraus, dass es künftig auf dem Ring auch Geheimnisse geben werde. Deswegen wird der Lausitzring komplett umzäunt, im Inneren werden Geisterstädte aus mobilen Pappkulissen aufgebaut. Dort soll das automatisierte und vernetzte Fahren realitätsnah getestet werden.

Das Finanzvolumen für die erste Ausbaustufe, die Ende 2019 abgeschlossen sein soll, hatte Volker Noeske auf 30 Millionen Euro beziffert.