| 02:42 Uhr

Erster im dritten Anlauf

Burg. Fast 11 000 Sportler aus der Lausitz, dem gesamten Bundesgebiet und aus dem Ausland haben am 13. Spreewaldmarathon am Wochenende teilgenommen. In den Disziplinen Walken, Laufen, Skaten, Paddeln und Radfahren ging es durch das Biosphärenreservat. Danckelman

Sichtlich erschöpft überquert der Haasower Ralf Kollaske an diesem sonnigen Sonntag die Ziellinie bei der Königsdisziplin. "Ich bin überglücklich", sagt er. Immerhin hatte er in den vergangenen zwei Jahren das Nachsehen und wurde jeweils Zweiter in dieser Disziplin. Cheforganisator Hans-Joachim Weidner gehört zu den ersten Gratulanten: "Den Sieg beim Spreewaldmarathon kann dir nun keiner mehr nehmen", freut er sich für Kollaske, der die 42,195 Kilometer in 2:50 Stunden gelaufen ist. Schnellste Frau beim Marathon ist die aus Wilthen bei Bautzen stammende Ricarda Bethke. Nach 3:16 Stunden überquert sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Jens Vieler die Ziellinie. "Ich bin glücklich und traurig zugleich", sagt sie, "denn meine Mutter, für die ich heute hier an den Start gegangen bin, ist leider verstorben und kann mich nun nicht siegen sehen."

Im Halbmarathon ist die 16-jährige Weißwasseranerin Jasmin Beer als beste Frau ins Ziel gelaufen. Mit der Zeit von 1:25 Stunde ist sie durchaus zufrieden: "Ich wäre aber gern noch ein paar Minuten schneller gewesen", sagt sie direkt nach dem Rennen. Rajko Sickert ist mit 1:17 Stunden unangefochten der Schnellste bei den Männern. "Ich habe heute beim Frühstück meinen Freunden versprochen, die 21 Kilometer genau in der Zeit zu laufen", erklärt er. Schon Samstag ist der Dresdner gemeinsam mit seinen Freunden 150 Kilometer Rad gefahren. "Anscheinend habe ich mich in der Nacht gut erholt", resümiert er.

Radler erobern Spreewald

Ohnehin haben am Freitag und Samstag Tausende Radfahrer den Spreewald in Beschlag genommen. Unter ihnen auch die Cottbuser Radfahrerfamilie Heßlich. Während der acht Kilometer musste sich Doppelolympiasieger Lutz Heßlich seinem Sohn Nico und seiner Schwiegertochter Sarah geschlagen geben. Da staunt auch "Mach's mit, mach's nach, mach's besser"-Legende Gerhard "Adi" Adolph nicht schlecht, der den Spreewaldmarathon moderiert. "Nico ist eben in einer super Form", sagt er.

Silberne Skater-Krone für Adam

Das schönste Geburtstagsgeschenk hat sich unterdessen der Kolkwitzer Speedskater Frank Adam gestern früh selbst gemacht: die silberne Skaterkönig-Krone. Der nun 33-Jährige lag nach zwei Disziplinen sogar auf Goldkurs für die Krone - nach einem hervorragenden zweiten Platz im Einzelzeitfahren und einem dritten Platz im Marathon. Deshalb hat er auf der letzten Distanz, dem Halbmarathon, ganz schön zu ackern: Sowohl der Einzelzeitfahrsieger Klaus Hestkjaer (Dänemark) als auch der Marathon-Sieger Lukas Benedik (Slowakei) fahren Sonntagmorgen auf Attacke und lassen den Kolkwitzer allein. Der muss in einem kräftezehrenden Spagat die Lücke zwischen den beiden Ausreißern und der ersten großen Gruppe schließen, aus der auch keiner Anstalten macht, Adam zu helfen. Auf der 42 Kilometer langen Königsstrecke am Samstag ist das Miteinander an der Spitze anders: Die späteren drei Erstplatzierten setzen sich ab Kilometer fünf ab, fahren kollegial füreinander, erst im Zielsprint hat Adam das Nachsehen. Den Streckenrekord des Vorjahres von 1:08h Stunden verpassen alle Drei um gut eine Minute.

In der Damenkonkurrenz ist die Sache eindeutig: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein verteidigt ihre goldene Skaterkönig-Krone. "Das war auch mein Ziel", sagt sie. Auf allen drei Distanzen dominiert die 43-Jährige mit deutlichem Vorsprung. Die Berlinerin hat Samstagnachmittag auf der Marathon-Distanz, bei der sie ab Kilometer 17 allein unterwegs ist, genug Zeit, den Zuschauern zuzuwinken und am Ende bei 1:20:37h mit freudiger La-Ola-Welle durchs Ziel zu fahren.

Ein positives Fazit zieht Organisator Weidner: "Fast 11 000 Freizeitsportler haben am Wochenende ihr Bestes gegeben", erklärt er. Sein Dank gilt vor allem den vielen Helfern, die unermüdlich an den Strecken gestanden, Brote geschmiert und Sportler umsorgt haben. Eine Einschätzung, die Zuschauer wie Bernd Peter teilen. "Es ist so gut organisiert", sagt er und feuert die Sportler am Zieleinlauf an.