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England bangt um Fans – Italien zittert vor "Apokalypse"

Düsseldorf. In Spanien belastet der Katalonien-Konflikt die Vorbereitung, in England sorgt ein U-Bahn-Streik für Unruhe: Die Stimmung bei den beiden Fußball-Größen ist vor der entscheidenden Phase der WM-Qualifikation aus höchst unterschiedlichen Gründen angespannt. Doch sportlich sind die beiden auf Kurs. dpa/noc

Wie Titelverteidiger Deutschland und Serbien können der Weltmeister von 2010 und das Mutterland des Fußballs in dieser Woche aus eigener Kraft das Ticket für die WM 2018 lösen.

Barcelonas Abwehrspieler Gerard Piqué unterstützt offen und leidenschaftlich den Wunsch Kataloniens nach Unabhängigkeit. Beim Training am Montagabend in der Nähe von Madrid wurde er am Tag nach dem von der Justiz verbotenen Unabhängigkeitsreferendum von wütenden Fans so heftig beleidigt, dass Nationaltrainer Julen Lopetegui die Einheit vorzeitig abbrach. Gewinnen die Spanier am Freitag gegen Albanien, sind sie für Russland aufgrund der guten Tordifferenz quasi qualifiziert.

Noch besser sind die Voraussetzungen für England vor dem Spiel gegen Slowenien. Doch wie viele Fans dabei sein werden, ist offen. Über öffentliche Verkehrsmittel ist das Wembley-Stadion wegen des Streiks nicht erreichbar. Der Verband setzt Busse ein und will nicht genutzte Tickets erstatten. Sportlich heißt die Hoffnung Harry Kane, der im September 13 Tore für Tottenham und das Nationalteam schoss. "Er ist so gut wie Ronaldo, vielleicht besser", so sein Vereinstrainer Mauricio Pochettino. Für Ex-Nationalmannschaftskapitän Steven Gerrard ist Kane "der formstärkste Spieler im Weltfußball".

Italien muss in der Spanien-Gruppe dagegen Rang zwei und die Teilnahme an den Playoffs sichern. Verbandspräsident Carlo Tavecchio gab die Devise aus: "Die WM zu verpassen, wäre eine Apokalypse."

Zittern muss auch Vize-Europameister Frankreich vor dem Spiel in Bulgarien, nachdem das Team um Antoine Griezman jüngst gegen Luxemburg (0:0) gepatzt hatte.