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Endspurt macht aus Nächten wieder Tage

Im August soll ein ähnlich buntes Feld wie zur ersten Auflage der "Cottbuser Nächte" im Jahr 2012 starten.
Im August soll ein ähnlich buntes Feld wie zur ersten Auflage der "Cottbuser Nächte" im Jahr 2012 starten. FOTO: jki
Cottbus. Die publikumsträchtige Radsport-Veranstaltung "Cottbuser Nächte" gibt es wegen juristischer Streitigkeiten wohl nicht mehr. Deshalb wagt der RK Endspurt nun einen Neustart und macht quasi die Nacht wieder zum Tag – bei den International Cycling Days im August. Jan Lehmann

Die Cottbuser Radsportlegende Eberhard Pöschke gibt zu, dass er sich mit dem englischen Namen der neuen Veranstaltung noch etwas anfreunden muss. Doch bei der Entscheidung für die "International Cycling Days" am 4. und 5. August auf der Cottbuser Radrennbahn haben ihn seine Mitstreiter aus dem Präsidium des RK Endspurt schlichtweg überstimmt. "Da musste ich mich beugen", so der 82-Jährige.

Ansonsten ist Pöschke aber sehr zufrieden mit dem Präsidiumsbeschluss, schließlich führt der Verein mit den Cycling Days das fort, was 2012 vor allem dank des Grandseigneur des Lausitzer Radsports unter dem Namen "Cottbuser Nächte" verheißungsvoll begonnen hatte. Die Welt-Elite des Zweier-Mannschaftsfahrens war damals in Cottbus gestartet, der Grundstein für eine Sommeredition der altehrwürdigen Sechstagerennen war gelegt.

Doch obwohl das Publikum die Rennen auf der Cottbuser Betonbahn dankend annahm - die Lausitz hat aufgrund jahrzehntelanger Erfolge den Radsport halt immer noch im Blut - zogen sich bald dunkle Wolken über den "Cottbuser Nächten" zusammen. Ein juristischer Streit zwischen dem RK Endspurt und der UBG Sportmarketing um die Namensrechte, bei dem sich vor allem Eberhard Pöschke und der ehemalige Endspurt-Vorsitzende Jens Fichte gegenüberstanden, bremste die "Nächte" nach der vierten Auflage im Jahr 2015 vermutlich langfristig aus.

Im Vorjahr jedenfalls fielen die "Cottbuser Nächte" mit Verweis auf die Olympischen Spiele aus. Bisher gibt es vonseiten der UBG oder dem Sportlichen Leiter Olaf Pollack auch keinen neuen Termin für eine mögliche Neuauflage im Jahr 2017.

Beim RK Endspurt hingegen wagt man den Neustart. Aufgrund der Namensstreitigkeiten werden aus den Nächten nun halt wieder Tage - oder eben "Days". Doch es ändert sich mehr als nur die Bezeichnung. Pöschke betont: "Wir wollen das fortführen, was wir 2012 begonnen haben." Beim RK Endspurt, der sich als Talentschmiede versteht und mit Trixi Worrack, Roger Kluge und Henning Bommel zuletzt dreifach bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro vertreten war, will man wieder mehr Augenmerk auf den Sport legen.

Eberhard Pöschke hat die Diskussionen um das neue, moderne und nicht sonderlich erfolgreiche Konzept der Berliner Sixdays mitverfolgt und sagt: "Man hat deutlich gemerkt, dass die Leute nicht wegen einer teuren Lasershow auf die Radrennbahn kommen, sondern weil sie die Topsportler sehen wollen." Sein Credo: "Die Leistungen auf der Bahn müssen für sich sprechen."

Dafür muss der RK Endspurt nun ein hochkarätiges Feld zusammenstellen, der Verein plant mit einem fünfstelligen Etat. Pöschke ist schon mitten in den Verhandlungen. Er hat schon mit Sixdays-Größen wie Leif Lampater und Marcel Kalz oder den Österreichern Andreas Graf und Andreas Müller gesprochen - auch an der internationalen Elite aus Belgien, den Niederlanden oder Dänemark ist er dran.

Gerade bei diesen Fahrern dürfte der englische Name des Rennens ganz gut ankommen - und spätestens dann dürfte sich Eberhard Pöschke damit anfreunden.

Zum Thema:
Der Termin: Am Freitag, 4. August, und am Samstag, 5. August, sind drei Veranstaltungen geplant. Nach dem Auftakt am Freitagabend gehen die Fahrer am Samstag erst zum Frühschoppen und danach beim abendlichen Abschlussrennen an den Start.Das Programm: Neben dem Hauptrennen der Zweier-Mannschaften gehen auch die Steher um Europameister Stefan Schäfer und den Forster Franz Schiewer an den Start. Zudem ruft der RK Endspurt zu einem Oldietreffen der Zweiräder auf. Am Freitag sind alle Motorräder, die älter als 30 Jahre sind, gern am Radstadion gesehen - am Samstag die Fahrräder.Das Schmankerl: Der RK Endspurt lässt auch die Jedermänner mit den normalen Straßenfahrrädern beim Zeitfahren an den Start. Die Besten fahren am Abend vor großem Publikum ihren Sieger aus.

Der Cottbuser Doppel-Olympiasieger Lutz Heßlich gab damals einen Startschuss.
Der Cottbuser Doppel-Olympiasieger Lutz Heßlich gab damals einen Startschuss. FOTO: Koziol