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Emotionale Abschiedsparty für Bundestrainer Sigurdsson

Frankfurt/Main. Wenn Bundestrainer Dagur Sigurdsson dem deutschen Handball endgültig Goodbye sagt, wird sein designierter Nachfolger Christian Prokop nur wenige Schritte entfernt sein. Beim All Star Game zwischen dem Nationalteam und einer von Prokop betreuten Bundesliga-Auswahl soll die Bühne an diesem Freitag zwar ein letztes Mal dem nach Japan wechselnden Isländer gehören, hinter den Kulissen aber endlich der Deal zwischen dem Deutschen Handballbund (DHB) und Prokops Verein SC DHfK Leipzig fix gemacht werden. dpa/jam

"Es wird ein verdienter und emotionaler Abschied und auch für ihn noch einmal etwas Besonderes", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning zur Verabschiedung von Sigurdsson beim Spaß-Spiel in Leipzig. "Ich hoffe, dass man die Wertschätzung für ihn auch in der Halle spüren wird."

Der Abschied, bei dem die WM-Fahrer Uwe Gensheimer, Tobias Reichmann und Hendrik Pekeler fehlen, dürfte emotional werden. Torwart Andreas Wolff schickte vorab ein öffentliches Dankschreiben der Mannschaft an Sigurdsson, der diese im Vorjahr zum EM-Titel und zu Olympia-Bronze geführt hatte. "Du und wir, dein Team, das hat gut funktioniert. Du bist ein sehr, sehr guter Trainer. Schade, dass wir dich verlieren", schrieb Wolff in einem Beitrag für die Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland.

"Er hat Unglaubliches für den deutschen Handball geleistet", lobte Hanning die Verdienste des 43-Jährigen. "Trotz der WM-Enttäuschung in Frankreich hat er entscheidende Impulse gegeben."

Sigurdsson habe die DHB-Auswahl zu den "Bad Boys" gemacht, "einer eingeschworenen Mannschaft, die jedes Spiel mit einer hundertprozentigen Einstellung anging, mit Leidenschaft und Kampfgeist", würdigte EM-Held Wolff den scheidenden Trainer.

Auch Prokop lobte den Isländer. "Dagur Sigurdsson ist einer der besten Trainer der Welt", sagte der Leipziger Coach. Entsprechend groß seien die Fußstapfen für den Nachfolger: "Ich finde, dass jeder Trainer, der diese Chance erhalten würde, es erst mal schwer hat." Über Prokops Wechsel zum DHB haben sich beide Seiten noch nicht endgültig einigen können.