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Emma Hinze ist (heimlich) verliebt in Cottbus

Junioren-Weltmeisterin Emma Hinze ist für den RSC Cottbus und den hiesigen Olympiastützpunkt ein wichtiger Neuzugang.
Junioren-Weltmeisterin Emma Hinze ist für den RSC Cottbus und den hiesigen Olympiastützpunkt ein wichtiger Neuzugang. FOTO: Michael Helbig/mih1
Cottbus. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, sei vorab schon mal klargestellt: Das hier ist keine Liebesgeschichte. Es ist die Geschichte der 17-jährigen Emma Hinze, eines der größten deutschen Talente im Bahnradsprint. Die gebürtige Hildesheimerin ist seit Anfang Januar Mitglied des RSC Cottbus, geht auf die Lausitzer Sportschule und trainiert am Olympiastützpunkt in Cottbus. Jan Lehmann

Die hiesige Medaillenschmiede im Radsport kann nach dem unrühmlichen Abgang von Junioren-Weltmeister Lennard Kämna einen Achtungserfolg vermelden. Emma Hinze ist Junioren-Weltmeisterin im Teamsprint, gemeinsam mit der ehemaligen Cottbuserin Doreen Heinze hatte sie sich im Vorjahr das Regenbogentrikot erkämpft. Nachdem Doreen Heinze, die 2013 zur Cottbuser Nachwuchssportlerin des Jahres gewählt worden war, den Olympiastützpunkt in Richtung Erfurt verlassen hat, hofft man nun, das noch größere Talent der beiden einzigen deutschen Nachwuchshoffnungen in der Lausitz zu haben.

Fest steht schon jetzt: Dass Emma Hinze künftig für den RSC die Medaillen sammelt, tut dem Lausitzer Radsport richtig gut. Doch wieso kommt die junge Sprinterin nach Cottbus - und trainiert nun so weit weg von der Heimat? Die 17-Jährige, die zuletzt in Kaiserslautern lebte, betont, dass die Bedingungen am Olympiastützpunkt für sie einfach besser seien: "An meiner alten Schule wurde zu wenig Rücksicht auf den Sport genommen, das hat nicht richtig gepasst. In Cottbus ist zudem das Internat fast ganzjährig auf, da kann ich also auch am Wochenende hier trainieren."

Dass die Radrennbahn direkt vor der Haustür ist, sei ideal. Und außerdem fänden die meisten Wettbewerbe sowieso in Cottbus oder in Frankfurt (Oder) statt. Da fallen für Emma Hinze jede Menge Reisestrapazen weg. Die Neu-Cottbuserin lächelt, sie ist wirklich angetan von ihrer neuen Wahlheimat. Doch was ist mit Heimweh? Emma Hinze schüttelt den Kopf: "Ich habe so viel zu tun, da habe ich dafür kaum Zeit."

Die 17-Jährige wird in den drei kommenden Jahren das Abitur an der Sportschule in Angriff nehmen, Leiter Wolfgang Neubert hat sie schon herzlich an seiner Schule begrüßt. Er betont: "Wir hoffen, dass Emma ihre gute Entwicklung bei uns fortführt." Auch beim RSC Cottbus ist man sehr glücklich über den Neuzugang. Geschäftsführer Axel Viertler sagt: "Wir sind froh, dass sich Emma für Cottbus entschieden hat. Und das zeigt, dass wir uns im deutschlandweiten Vergleich mit unseren Strukturen nicht verstecken brauchen."

Das ist in der Tat so, auch wenn es vielleicht noch einen weiteren Grund dafür gibt, dass Hinzes Herz so für die Lausitz schlägt. Es könnte an einem der hoffnungsvollsten Nachwuchssprinter beim RSC liegen: Ivan Turkov heißt der junge Mann, der beim Fototermin für die RUNDSCHAU von seinem Trainer zurückgepfiffen wird. Ein gemeinsames Bild mit der hübschen Emma müsse nicht unbedingt sein. Nicht dass noch jemand auf den Gedanken käme, die Weltmeisterin sei von mehr als nur der Liebe zu ihrem Sport in die Lausitz gelockt worden. Für Liebesgeschichten ist im Leistungssport natürlich keine Zeit.