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| 19:24 Uhr

Schwimmen
EM-Fahrer um Cottbuser Diener in Berlin ohne Druck

Christian Diener startet bei den Deutschen Meisterschaften über alle Rückenstrecken.
Christian Diener startet bei den Deutschen Meisterschaften über alle Rückenstrecken. FOTO: dpa / Jens Dresling
Berlin. Bei den Deutschen Schwimm-Meisterschaften geht es erstmals nicht um die Qualifikation für den Saisonhöhepunkt. sid

Keine Qualifikation, keine Normen: Die deutschen EM-Fahrer um den Cottbuser PSV-Schwimmer Christian Diener springen ohne großen Druck ins Berliner Becken, nur Ex-Weltmeister Marco Koch kämpft noch um seine letzte Chance auf das Ticket für die Europameisterschaften. Bei den Deutschen Meisterschaften muss der 28-Jährige auf seiner Paradestrecke über 200 Meter Brust eine Topzeit schwimmen, damit ihn Bundestrainer Henning Lambertz doch noch per Ausnahmeregelung mit nach Glasgow nimmt.

„Es muss eine Zeit sein, mit der er in Glasgow um Medaillen schwimmen kann“, stellte Lambertz klar. „Ich will mich da nicht genau festlegen, aber 2:08,50 Minuten plus, minus ein, zwei Zehntel sollten es schon sein“, so der 47 Jahre alte Bundestrainer weiter.

Davon war der Darmstädter in diesem Jahr jedoch weit entfernt. Seine Jahresbestzeit schwamm Koch im Juni im französischen Canet-en-Roussillon in 2:09,38 Minuten und lag damit mehr als eine Sekunde über der geforderten Norm (2:08,20). Diese hatte er zuvor klar verpasst. Doch „jetzt passt es. Ich fühle mich topfit und kriege meine Kraft endlich ins Wasser“, beteuerte er gegenüber dem Darmstädter Echo.

Während Koch in der Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark an seine Leistungsgrenze gehen muss, nutzen die anderen Athleten die Wettkämpfe in Berlin als lockeres Einschwimmen für die EM (12. bis 20. August). Anders als in den Vorjahren fällt die DM nicht ins Zeitfenster der Qualifikation für den Saisonhöhepunkt. Dieses öffnete sich am 22. Januar und schloss am 29. April.

Auch der Cottbuser Diener ist längst für die Titelkämpfe in Glasgow qualifiziert. Bei der Generalprobe in Berlin startet er ab diesem Freitag über 50, 100 und 200 Meter Rücken. Über die letztgenannte Distanz ist der 25-Jährige Titelverteidiger.

Für Marco Koch könnte indes in der Hauptstadt die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit seiner Gegner laut Bundestrainer Lambertz zum Problem werden. „Die anderen wollen oder können das Tempo von Marco nicht mitgehen. Er schwimmt quasi für sich alleine“, sagte der frühere Leistungsschwimmer.

Kochs Heimtrainer Alexander Kreisel ist dennoch davon überzeugt, dass sein Schützling in Berlin zu alter Stärke finden kann. „Es sieht gut aus, er kann das schaffen“, sagte Kreisel dem Darmstädter Echo. Auch Lambertz pflichtete ihm bei: „Er ist wieder gut drauf. Ich bin optimistisch.“

Am Freitag schwimmt Koch zunächst die 100 Meter Brust zum Antesten, ehe der deutsche Kurzbahnrekordler über 200 Meter (2:07,47) am Samstag auf seiner Paradestrecke gefordert ist. Er fühlt sich dafür bereit. In den vergangenen Monaten sei er hingegen häufiger frustriert gewesen und habe sich zeitweise wie ein „Nichtschwimmer“ gefühlt.

Unterstützung erhält Koch auch von seiner Freundin und Trainingspartnerin Reva Foos, die ebenfalls an der Schwimm-DM teilnimmt und für die Europameisterschaften in Glasgow nominiert ist. Insgesamt 31 Athleten (15 Frauen/16 Männer) stehen im DSV-Kader für den Saisonhöhepunkt in der schottischen Metropole.