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Eisbären wollen wieder nach oben

Die Eisbären um Trainer Uwe Krupp haben einen Umbruch vollzogen.
Die Eisbären um Trainer Uwe Krupp haben einen Umbruch vollzogen. FOTO: dpa
Berlin. Die Eisbären Berlin gehen mit großen Ambitionen in die neue Spielzeit der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Zwei Tage vor dem ersten Saisonspiel am Freitagabend (19. Jan Schröder und Manuel Schwarz / dpa/noc

30 Uhr) in der Arena am Ostbahnhof gegen die Nürnberg Ice Tigers formulierte Cheftrainer Uwe Krupp ein ehrgeiziges Ziel: "Die Mannschaft muss sich wieder nach oben orientieren. Wir wollen den nächsten Schritt machen." In der Vorsaison waren die Eisbären im Halbfinale am späteren deutschen Meister EHC München gescheitert. Die Voraussetzungen für eine positive Entwicklung vollzog der siebenmalige DEL-Meister mit einem für seine Verhältnisse ungewöhnlich großen Umbruch: Neun Spieler verließen den Verein, sieben neue wurden verpflichtet. Krupp ist zufrieden mit den Eindrücken, die er in den Vorbereitungsspielen gewinnen konnte. "Wir haben interessante Neuzugänge. Ich glaube, wir haben uns verstärkt", sagte er. In den sechs Wochen seit dem Trainingsbeginn habe er "eine Entwicklung in der Mannschaft" gesehen.

Auch Sportdirektor Stéphane Richer zog eine positive Bilanz des Sommers. "Die Vorbereitung ist sehr gut gelaufen", sagte er. Von acht Vorbereitungsspielen hat die Mannschaft sechs gewonnen, die Neuzugänge seien "gut integriert". Ausdrücklich hob er hervor, dass der Kader von schweren Verletzungen verschont geblieben sei.

So wird den Eisbären beim Saisonstart voraussichtlich nur Constantin Braun fehlen. Der Verteidiger leidet erneut an einer Depression und wird auf unbestimmte Zeit ausfallen.

Routinier André Rankel wird auch in der kommenden Saison als Mannschaftskapitän auflaufen. Für ihn ist es nach der langen Vorbereitung nun höchste Zeit, in die Saison zu starten. "Freundschaftsspiele sind sehr gut, um sich als Mannschaft zu finden, zu sehen, wer mit wem spielen kann, und kleinere Dinge zu verändern", sagte der 32 Jahre alte Angreifer: "Aber wir freuen uns riesig, dass wir am Freitag unser erstes Spiel haben, in dem es wieder um Punkte geht."

Ganz andere Ziel hat der Titelverteidiger EHC Red Bull München, der sich anschickt, eine Ära der Dominanz zu prägen. Denn die Münchner sind haushoher Favorit auf den dritten Erfolg in Serie. "Es gibt kein Limit beim Gewinnen", sagte Routinier Yannic Seidenberg. Das meiste Geld, der erfolgreichste Trainer, der namhafteste Kader und eine bestechende Frühform: Wer soll diese Münchner aufhalten? "Wir haben schon bewiesen, dass wir den Titel verteidigen können", sagte Kapitän Michael Wolf vor dem Auftaktmatch am Freitag (19.30 Uhr) auswärts bei den Krefeld Pinguinen. "Es wird ein harter und weiter Weg. Aber wir sind bereit."

Das zeigte die Truppe bereits vor dem ersten Bully in der DEL durch Erfolge in der Vorbereitung und in den ersten vier Gruppenspielen der Champions League, die gegen teils hochkarätige Gegner allesamt gewonnen wurden. "Wir gehen mit gutem Selbstvertrauen in den Liga-Start", sagte Stürmer Frank Mauer.

München will erneut die ehemaligen Branchengrößen aus Mannheim, Köln und Berlin hinter sich lassen, das ist der klare Auftrag für die vom österreichischen Brausekonzern finanzierte Mannschaft. "Wir wollen Champion sein!", betonte Coach Jackson am Mittwoch. Mit sieben Titeln ist der Amerikaner der erfolgreichste Trainer der DEL-Historie und Vater des Eishockey-Höhenflugs in der bayerischen Landeshauptstadt. In einer dpa-Umfrage erklärten elf der 14 Trainer München als ersten Anwärter auf die Meisterschaft.