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"Ein Traum erfüllt" – Schäfer holt WM-Silber

Tränen der Freude – Carolin Schäfer kann es nicht fassen, als auf der Anzeigentafel ihr Name als Silbermedaillengewinnerin auftaucht.
Tränen der Freude – Carolin Schäfer kann es nicht fassen, als auf der Anzeigentafel ihr Name als Silbermedaillengewinnerin auftaucht. FOTO: dpa
London. Die deutsche Siebenkämpferin feiert in London den bisher größten Erfolg ihrer Karriere. Mit 6696 Punkten wird die Frankfurterin Zweite. Andreas Schirmer / dpa/bl

Als ihr Name auf der Anzeigentafel auf dem Silberrang auftauchte, brach die völlig ausgepumpte Carolin Schäfer in Tränen aus. Die Olympia-Fünfte aus Frankfurt feierte bei der Leichtathletik-WM in London mit dem Silbergewinn im Siebenkampf den größten Erfolg ihrer Karriere. "Es ist unglaublich schön, ein absoluter Moment zum genießen", sagte sie. "Ein Traum ist in Erfüllung gegangen."

Mit 6696 Punkten musste Schäfer am Sonntag nur Olympiasiegerin Nafissatou Thiam aus Belgien (6784) den Vortritt lassen. Dritte wurde die niederländische Europameisterin Anouk Vetter mit 6636 Zähler. Claudia Salman-Rath (Frankfurt) erreichte Rang acht und 6362 Punkte.

Die letzte WM-Medaille für Deutschland hatte 2011 Jennifer Oeser geholt. Wegen der Doping-Disqualifikation der russischen Weltmeisterin Tatjana Tschernowa war die Leverkusenerin vom dritten auf den zweiten Platz geklettert. WM-Silber erhielt sie nachträglich kurz vor der Siebenkampf-Entscheidung in London.

Am ersten Wettkampftag lag Schäfer sogar auf Titelkurs und 22 Punkte vor der Topfavoritin Thiam, die vor der WM in Götzis 7013 Punkte erkämpft und als vierte Athletin 7000er-Marke überschritten hatte. "Es war ein grandioser erster Tag. Strahlen kann ich mir erlauben bei diesem Ergebnis", freute sich die U20-Weltmeisterin von 2008 über die Leistungen der ersten vier Disziplinen.

Nach Weitsprung und Speerwurf am Sonntag verdrängte Thiam die Deutsche vom Spitzenplatz und lag mit 172 Punkten so gut wie uneinholbar vorn. Schäfer musste aber am Ende sogar um Silber bangen. Nach nur 6,20 Meter im Weitsprung und 49,99 Meter mit dem Speer war Europameisterin Anouk Vetter (Niederlande) als Dritte plötzlich nur noch drei Zähler entfernt.

Die in Bad Wildungen geborene Polizeikommissar-Anwärterin erwies sich jedoch über die zwei Stadionrunden als bessere Läuferin und konnte ihren ersten Erfolg auf einer großen Leichtathletik-Bühne feiern. Ihre Ende Mai in Götzis aufgestellte Bestleistung von 6836 Punkte konnte sie nicht übertrumpfen.

Die Frankfurterin Claudia Salman-Rath, WM-Vierte von 2013, musste sich mit dem achten Platz begnügen.

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Tori Bowie aus den USA ist die neue Sprint-Königin. Über 100 Meter setzte sie sich in 10,85 Sekunden durch. Marie-Josee Ta Lou von der Elfenbeinküste wurde Zweite in 10,86. Bronze holte sich Dafne Schippers aus den Niederlanden in 10,96. Gina Lückenkemper war im Halbfinale ausgeschieden. Ekaterini Stefanidi hat den Titel im Stabhochspringen gewonnen. Die Griechin setzte sich mit 4,91 Metern durch. Vize-Europameisterin Lisa Ryzih aus Ludwigshafen belegte mit 4,65 Rang fünf. Kugelstoßer David Storl hat enttäuscht und ist mit 20,80 Metern nur Zehnter geworden. Den Titel gewann der Neuseeländer Tomas Walsh mit 22,03 vor dem favorisierten Joe Kovacs aus den USA. Er stieß 21,66. (dpa/bl)