| 16:49 Uhr

Ein Kuss mit Folgen

Weil Lokalmatador Matthias Dolderer mit seiner Maschine eine Pylone "küsste", musste er beim Red Bull Air Race auf dem Lausitzring früh aus seinem Cockpit steigen.
Weil Lokalmatador Matthias Dolderer mit seiner Maschine eine Pylone "küsste", musste er beim Red Bull Air Race auf dem Lausitzring früh aus seinem Cockpit steigen. FOTO: Red Bull Content Pool
Klettwitz. Als Weltmeister hatte Matthias Dolderer im vergangenen Jahr nach seinem Titelgewinn in Indianapolis den legendären "Yard of Bricks", einen roten Ziegelstein auf der amerikanischen Traditionsstrecke geküsst. Auf diesen emotionalen Moment muss er dieses Mal verzichten, der Titel ist passé. Jan Lehmann

Schuld ist ein "Kuss" am Sonntag am Lausitzring, auf den Matthias Dolderer natürlich liebend gern verzichtet hätte. Mit seiner Maschine "küsste" - so nennen das die Piloten - der deutsche Weltmeister beim Red Bull Air Race am Sonntag ein Hindernis. Mit einer Drei-Sekunden-Zeitstrafe flog er so früh aus dem Wettbewerb. Schon in der ersten K.o.-Runde mit allen 14 Piloten war für ihn im direkten Duell mit dem Spanier Juan Velarde Schluss. Der hatte eine der schnellsten Zeiten des gesamten Wochenendes vorgelegt, Dolderer hätte eine neue persönliche Bestzeit fliegen müssen. Bei der ersten Zwischenzeit hatte der Deutsche sogar einen winzigen Vorsprung (0.001), doch dann gab es den Kuss mit den schwerwiegenden Folgen. .

Dolderer half auch nicht, dass sein Kumpel, der DTM-Titelverteidiger Marco Wittmann extra zum Daumendrücken an die Strecke gekommen war. Wittmann erklärte erstaunt: "Wenn du siehst, was die Piloten hier leisten, bist du baff. Das ganze Event ist beeindruckend. Es sind mega viele Zuschauer hier und Matthias steigert sich mit jedem Run."

Das galt allerdings nur für den Samstag, an dem Dolderer seiner großen Fankulisse echte Hoffnungen auf einen Heimsieg gemacht hatte. Zwischenzeitlich war der Deutsche sogar im Qualifying sogar die beste Runde geflogen. Doch am Sonntag kam das frühe Aus.

Stattdessen gewann der Japaner Yoshihide Muroya. Er setzte sich vor Vorjahressieger Matt Hall (Australien) durch. Der Tscheche Martin Sonka, der eine ähnliche große Fangemeinde wie Dolderer an der Strecke hatte, wurde Dritter. Zwischen Sonka und Klettwitz-Sieger Muroya dürfte sich die WM entscheiden. Mit nur vier Punkten Unterschied fliegen die beiden zum Finale nach Indianapolis. Aber nur einer darf den Ziegelstein küssen.

Zum Thema:
Mit 21 000 Zuschauern war das Red Bull Air Race am Lausitzring am Sonntag ausverkauft. Insgesamt seien 30 000 Gäste am Wochenende am Ring gewesen, teilte der Veranstalter mit. Im Vorjahr waren 50 000 Gäste gezählt worden. Ein neues Zuschauerkonzept in Sachen Sicherheit und Komfort habe zu den verringerten Zahlen geführt, hieß es.