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| 01:09 Uhr

Ein Energie-Quartett reist in die Vergangenheit

Der FC Energie Cottbus trifft heute Abend im Ost-Derby auf Dynamo Dresden. Für ein Quartett aus dem Cottbuser Verein, nämlich Lars Jungnickel, Daniel Gunkel, Co-Trainer Thomas Hoßmang und Torwarttrainer Thomas Köhler, wird es eine Reise in die Vergangenheit. Denn alle vier haben schon in Dresden gespielt. Von Wolfgang von der Burg

Als der Energie-Bus gestern um 16 Uhr nach dem Abschlusstraining das Stadiongelände verließ, waren drei der Genannten mit an Bord: Jungnickel, Gunkel und Hoßmang. Mit welchen Gefühlen fahren sie nach Dresden?
„Vier Jahre nach meinem Wechsel nach Cottbus, komme ich das erste Mal dahin zurück, wo ich meine fußballerische Ausbildung erhielt. Ich war in Dresden 14 Jahre, das ist schon eine lange Zeit und verbunden mit vielen Erinnerungen“ , verrät Lars Jungnickel. „Ich schaue schon noch nach Dresden, auf die Resultate, aber großen Kontakt habe ich dorthin nicht mehr. Ich freue mich aber trotzdem, dass es wieder nach Dresden geht, denn ich kenne außerhalb des Fußballs viele Leute, von denen etliche auch im Stadion sein werden. Von daher ist das Spiel für mich schon etwas Besonderes“ , meint der Angreifer.
Doch das Besondere für Jungnickel heißt nicht, dass er Gastgeschenke verteilen wird. „Wir reisen dort ohne Angst hin, auch wenn das Stadion ausverkauft sein wird. Es muss uns gelingen, ein Tor vorzulegen, dann wird Dresden sicher etwas nervös. Ich rechne zwar nicht damit, dass ich von Beginn an spiele, doch wenn ich eingewechselt werde, wäre es das Schönste, wenn ich ein Tor erzielen könnte. Ich bin optimistisch, dass wir unseren ersten Auswärtssieg einfahren.“
Auch Daniel Gunkel hat Erinnerungen an die Stadt an der Elbe: „Ich habe in der Saison 99/2000 beim DSC gespielt und erinnere mich an eine schöne Stadt“ , blickt er zurück. „Es ist ein Derby und Derbys sind immer etwas Besonderes. Wenn ich wieder so eine Riesenchance vor dem Tor wie gegen Köln bekomme, möchte ich die diesmal nutzen und dazu beitragen, dass wir unseren ersten Auswärtssieg holen“ , hofft der Defensivspieler.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten hat Thomas Hoßmang in der Elbmetropole erlebt. Zwei Serien (94/95 und 95/96) spielte er bei Dynamo Dresden und von 1999 bis 2003 beim Dresdner SC, beim DSC übrigens mit Daniel Gunkel. „Ich kann mich an viel Schönes und weniger Schönes erinnern. Doch es geht hier nicht um Gefühle, sondern um Punkte, die wir brauchen“ , sieht es der Co-Trainer. „Wir haben uns ganz klar vorgenommen, gegen Dynamo etwas zu reißen. Da werden wir bei der Kulisse sicher eine gewisse Kaltschnäuzigkeit brauchen. Sicher hat sich Dynamo den Aufstieg in die 2. Liga hart erarbeitet, doch wir müssen auf uns gucken und haben uns vorgenommen, drei Punkte mitzunehmen“ , so Hoßmang.
Erst am Spieltag kommt auch Torwarttrainer Thomas Köhler nach. Er wird in der Halbzeit im Kasten stehen und für einen guten Zweck versuchen, Schüsse von Ulf Kirsten, Ralf Minge und anderen früheren Mannschaftskameraden abzuwehren. „Das ist Spaß für mich. Am wichtigsten wird sein, dass unsere Mannschaft konzentriert arbeitet und auf diesem Boden mutige Konter setzt. Dann ist mir auch nicht bange, dass uns endlich auch auf fremden Platz der erste Dreier gelingt“ , sagt der Mann, der insgesamt sieben Jahre bei Dynamo im Kasten stand.

Kenan Sahin mit im 18-er Aufgebot
Team-Manager Petrik Sander hat auch Neuzugang Kenan Sahin im heutigen 18 Spieler starken Kader. „Er hat die ersten Trainingseinheiten mit uns absolviert und macht einen guten Eindruck. Er hat sich sehr bemüht, es ist zu sehen, dass er in Leverkusen gut ausgebildet wurde“ , meint Sander, der einen Einsatz von Sahin von Beginn an mit „50:50“ betitelte. Auch der zweite Neuzugang, Brent Fisher, bekam gute Noten vom Team-Manager: „Brent kann beidfüßig schießen. Ein Vorteil für einen Stürmer.“ Der Neuseeländer ist noch nicht spielberechtigt. Daheim bleiben muss diesmal Junior Sebastian Schuppan, der ein komplettes Spiel am Samstag bei den Amateuren bestritt. „Wir wollen ihn behutsam aufbauen, nicht verheizen“ , sagt Sander.