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| 02:44 Uhr

Ein bisschen Sorge nach furiosem Start

Andrea Eskau sorgte am Samstag im Biathlon für die erste von bislang zwei Gold-Medaillen für das deutsche Paralympics-Team. Beim Langlauf am Sonntag musste die Thüringerin aber aufgeben.
Andrea Eskau sorgte am Samstag im Biathlon für die erste von bislang zwei Gold-Medaillen für das deutsche Paralympics-Team. Beim Langlauf am Sonntag musste die Thüringerin aber aufgeben. FOTO: dpa
Krasnaja Poljana. Andrea Eskau hat das deutsche Paralympics-Team am Tag nach ihrem Biathlon-Gold mit dem Ausstieg im Langlauf erschreckt. Dann aber gab sie Entwarnung. Reformen sollen unterdessem nach der alpinen Sturzserie her. dpa/jam

Dem starken Auftakt des deutschen Teams folgte ein bisschen Sorge um Andrea Eskau: Einen Tag nach ihrem Biathlon-Gold bei den Paralympics in Sotschi zwangen Atemprobleme die 42-Jährige am Sonntag im Langlauf zur Aufgabe. 24 Stunden zuvor hatte die querschnittsgelähmte Ausdauer-Spezialistin noch ebenso über ihr erstes Winter-Gold gejubelt wie Covergirl Anna Schaffelhuber in der Abfahrt. Überschattet wurden die alpinen Wettbewerbe durch spektakuläre Stürze, von denen auch der deutsche Weltmeister Franz Hanfstingl betroffen war. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) will sich für Reformen stark machen.

"Das ist nicht unser Tag heute", sagte DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher angesichts der Sorgen um Andrea Eskau, der alpinen Sturzserien seiner Sportler und des medaillenlosen Sonntags. "Wir hatten einen furiosen Start. In diesen zweiten Wettkampftag konnten wir nicht mit Perspektiven auf vordere Platzierungen gehen", erklärte der Verbandschef.

Als der frühere Politiker auf die voll besetzte Tribüne im Biathlon- und Langlauf-Komplex "Laura" kam, war Andrea Eskau im 12-Kilometer-Rennen mit dem Ski-Schlitten gerade ausgestiegen. Schwere Atemprobleme zwangen die 42-Jährige eine Runde vor Schluss zur Aufgabe. "Sie hat sich noch bis dahin gerettet, wo der Arzt war", berichtete Langlauf-Bundestrainer Ralf Rombach.

Am späten Nachmittag gab die gebürtige Thüringerin dann Entwarnung: "Ich kann den nächsten Rennen positiv entgegen sehen. Der Ausstieg war die bessere Alternative gegenüber dem Durchquälen", sagte die Diplom-Psychologin. Von Dienstag an sind fünf weitere Starts geplant.

Offenbar hat der Ausdauer-Spezialistin die hohe Temperatur von offiziell 12,7 Grad Celsius in der Höhe von mehr als 1400 Metern zu schaffen gemacht. Andrea Eskau, die bereits dreimal Paralympics-Gold im Sommer mit dem Handbike gewonnen hatte, fuhr anfangs in den Medaillenrängen. Nach und nach aber fiel sie immer weiter zurück. "Sie hat einfach keine Luft mehr bekommen", erzählte Rombach.

Unterdessen bereitete sich Anna Schaffelhuber am Tag nach ihrer Triumph-Abfahrt auf der risikoreichen Piste über Rosa Chutor auf ihren Start im Super-G an diesem Montag vor. "Für mich ist der ganze Druck jetzt aber vor meinen weiteren Rennen schon weg", sagte die 21-jährige Monoski-Fahrerin. Ihren Erfolg hatte sie am Vorabend mit Eltern und Teamkollegen ein wenig gefeiert. Im Super-G und den anderen technischen Disziplinen ist sie wieder eine Medaillenanwärterin.

Derweil strebt der deutsche Verband wegen der Stürze Reformen im Alpin-Bereich an. Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) müsse sich "grundsätzlich überlegen, ob man Monoski-Wettbewerbe in allen Disziplinen auf allen Pisten" durchführen könne, sagte Beucher. Bei den ersten Monoski-Rennen der Spiele erreichte nur knapp die Hälfte aller angetretenen Athleten regulär das Ziel.

Russland dominiert derweil den Medaillenspiegel mit fünfmal Gold, siebenmal Silber und fünfmal Bronze. Auf Platz zwei folgt die Ukraine (2/1/3). Deutschland ist nach zweimal Gold Sechster.