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Dynamo verzweifelt in der Nachspielzeit

Darmstadt jubelt ausgelassen: Terrence Boyd (l.) und Tobias Kempe (M.) erzielen die späten Treffer zum 3:3-Ausgleich.
Darmstadt jubelt ausgelassen: Terrence Boyd (l.) und Tobias Kempe (M.) erzielen die späten Treffer zum 3:3-Ausgleich. FOTO: dpa
Darmstadt. Dank des überragenden Manuel Konrad hieß es in der 90. Minute 3:1 für Dresden. Doch der sicher geglaubte Sieg wurde verspielt. Jens Maßlich

Bis zur 90. Minute 3:1 geführt und dann den dritten Saisonsieg leichtfertig verspielt. Dynamo Dresden hat in der 2. Fußball-Bundesliga einen bitteren Sonntag erlebt. So trennten sich die Elbestädter nur 3:3 (1:2) von dem Darmstädtern. Überragender Dresdner war vor 17 400 Zuschauern im ausverkauften Böllenfalltor Mittelfeldmann Manuel Konrad, der alle Treffer (23., 34. und 80. Minute) erzielte. Für die Gastgeber trafen Tobias Kempe (30. und 90.+3) sowie Terrence Boyd (90.).

"Das ist schon ein seltenes Gefühl für mich, drei Tore in einem Spiel zu erzielen. Wichtiger wäre aber gewesen, die in drei Punkte umzuwandeln. So ist das einfach nur traurig heute", sagte Dreifach-Torschütze Konrad. Auf der Gegenseite lobte Kempe die Moral seines Teams: "Was die Mannschaft hier nochmal abgerissen hat, war enorm stark." Dynamo Trainer Uwe Neuhaus war sichtlich leer nach Abpfiff: "Ich bin bitter enttäuscht. Wir haben Lehrgeld gezahlt!" Für ihn fühlt es sich "wie eine Niederlage an".

Dreifachtorschütze Konrad war für Kapitän Marco Hartmann in die Dresdner Startelf gerückt, Neuhaus rotierte auf vielen Positionen. Dresden brauchte eine Weile, um sich zu finden. Spielerisch ging für Dynamo gegen die früh störenden Hausherren nur wenig.

Einzig nach Standardsituationen strahlte Dynamo Torgefahr aus. Und dann war ein glänzend aufgelegter Konrad da, der nach einer kurz ausgespielten Ecke zur Führung traf. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich der "Lilien" dank eines Freistoßes durch Kempe (30.) ging Dresden vier Minuten später erneut in Führung: Konrad war nach einer Kreuzer-Ecke hellwach.

Nach Wiederanpfiff musste die Partie kurzzeitig unterbrochen werden, da Dresdner Anhänger einige Nebeltöpfe gezündet hatten - das sollte sich später mit der langen Nachspielzeit rächen.

Nach einem Freistoß von Kreuzer war es wiederum Konrad, der von der Strafraumkante den dritten Treffer markierte. Dresden sah wie der sichere Sieger aus. Doch die Hausherren zeigten eine erstaunliche Schlussoffensive: Der kurz zuvor eingewechselte Boyd traf per Kopf zum Anschluss, ehe Kempe noch den Ausgleich erzielte.

Dresdens Kapitän Marco Hartmann kann es nicht fassen.
Dresdens Kapitän Marco Hartmann kann es nicht fassen. FOTO: dpa