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Dynamo nach Testroet-Ausfall in Stürmernot

Bei diesem Zweikampf mit Duisburgs Torwart Mark Flekken verletzte sich Dresdens Pascal Testroet (M.) schwer und musste ausgewechselt werden.
Bei diesem Zweikampf mit Duisburgs Torwart Mark Flekken verletzte sich Dresdens Pascal Testroet (M.) schwer und musste ausgewechselt werden. FOTO: dpa
Dresden. Dresdens Angreifer wird wegen eines Kreuzbandrisses monatelang fehlen – mit Folgen. Bei der ohnehin schon schwierigen Suche nach Verstärkungen steht der Fußball-Zweitligist nun noch mehr unter Druck. Jens Maßlich

Vor zwei Jahren war er noch Dynamo Dresdens Aufstiegsheld, seitdem verfolgt Pascal Testroet das Pech. Mit dem Start der neuen Zweitliga-Saison wollte der Fußball-Profi eigentlich nach Dauer-Formschwäche und zahlreichen Verletzungen im vergangenen Jahr wieder angreifen. Doch infolge des schweren Zusammenpralls am Sonntag mit Duisburgs Torwart Mark Flekken könnte die Saison des 26 Jahre alten Stürmers bereits vorzeitig beendet sein.

"Vom Kreuzband über das Innenband bis zum Meniskus. Da ist so ziemlich alles kaputt, was im Knie kaputt sein kann", verkündete sein sichtlich geschockter Trainer Uwe Neuhaus nach dem 1:0-Auftakterfolg der Sachsen. "Wir werden ihn dieses Jahr nicht mehr auf dem Platz sehen. Gute Besserung. Wir sind bei Dir!"

Am Montag bestätigten umfangreiche Untersuchungen die erste Diagnose vom Sonntag: Kreuzbandriss, Innenbandriss, Meniskusverletzung. Testroet wird nach Vereinsangaben in Straubing operiert. Wann der Eingriff vorgenommen wird, sei vom Abschwellen des Knies abhängig.

"Paco war heute in der Kabine bei der Mannschaft, und es war für jeden von uns zu spüren, wie beherzt er mit der Situation umgeht", sagte Neuhaus am Montag. "Wir wünschen ihm für die anstehende Operation alles Gute und anschließend einen optimalen Heilungsverlauf. Für die anstehende Reha wird er Kraft und Geduld benötigen. Wir werden ihm die Zeit geben, die er braucht, um wieder ganz der Alte zu werden."

Testroets Ausfall setzt die Verantwortlichen des achtmaligen DDR-Meisters gehörig unter Druck. Mit Neuzugang Lucas Röser steht nur noch ein nomineller Stürmer im Kader. Ohnehin sollten nach dem Abgang von Stefan Kutschke zwei neue Stürmer verpflichtet werden. Man hat einige Lehren aus der vergangenen Saison gezogen, als man die letzten Spieltage aufgrund von Verletzungen und Sperrungen teilweise ohne echten Angreifer auskommen musste.

Zwar hatten die Verantwortlichen dem aktuellen Kader bis zuletzt vollstes Vertrauen ausgesprochen, ein weiterer Stürmer sollte dennoch bestenfalls schon diese Woche vorgestellt werden. Gut möglich, dass Sportgeschäftsführer Ralf Minge nun noch eine weitere Verpflichtung tätigen muss. Zumindest eine Ausleihe gilt dabei durchaus als möglich.

Doch die Suche nach einem Angreifer, der in das Anforderungsprofil des Vereins passt, gestaltet sich als schwierig. Testroets Ausfall wird diese vermutlich weiter erschweren, verschlechtert zudem Dynamos Verhandlungsposition mit anderen Vereinen. Denn Dresden muss verpflichten, was sich auch negativ auf den Kaufpreis auswirkt.