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| 02:38 Uhr

Dynamo fühlt sich vom DFB "erpresst"

Frankfurt/Main. Dynamo Dresden hat im Fall des Pokalspiels mit dem Bullenkopf-Wurf gegen RB Leipzig Vorwürfe gegen den DFB erhoben. Dynamo-Geschäftsführer Michael Born fühlte sich von DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius "irgendwie erpresst". dpa/jal

Dies sagte Born bei der Berufungsverhandlung vor dem DFB-Bundesgericht am Mittwoch in Frankfurt/Main.

Curtius trat dort als Zeuge auf und hat dies nicht so in Erinnerung: "Eine Erpressung, das geht mir eindeutig zu weit." Im Vorfeld des brisanten Spiels vom 20. August hatte der DFB einen Antrag der Dresdener abgelehnt, mit Trikots mit der Aufschrift "Feldi statt Brause" aufzulaufen, da dies eine Provokation sei.

Dynamo wird von der Traditionsbrauerei Feldschlößchen ("Feldi") gesponsert, Leipzig vom Brausehersteller Red Bull. Als Dynamo und der Sponsor erwägten, diesen Vorgang öffentlich zu machen, habe Curtius Born nach dessen Angaben gedroht: "Es sei damit zu rechnen, dass alles, was rund um dieses Spiel passiert, uns negativ angelastet wird."

Für Dynamos Anwalt Christian Quierling stellte sich die Frage, ob ein faires Verfahren vor dem DFB-Bundesgericht gegeben war oder ob "Verfolgungs- und Rechtsorgane beeinflusst werden". Dies war aber nur ein Nebenschauplatz der Verhandlung.

Berufung zurückgewiesen

Am Ende wurde die Berufung von Dresden zurückgewiesen: Der Club musste einen Teilausschuss seiner Zuschauer - wohl für das Heimspiel am 5. Februar gegen Union Berlin - hinnehmen. Dazu kommt eine Geldstrafe in Höhe von 40 000 Euro. Dies verkündete der Vorsitzende Richter Achim Späth nach der fünfeinhalbstündigen Verhandlung und verwies darauf, dass der Club mit fast 20 Vorfällen vorbelastet war. Damit bestätigte das Gremium weitgehend den Beschluss des Verbands-Sportgerichts vom 7. November. Sowohl Dynamo als auch der DFB-Kontrollausschuss hatten dagegen Einspruch eingelegt.

Im DFB-Pokalspiel hatten Dynamo-Anhänger einen abgetrennten Bullenkopf in den Innenraum geworfen und die Gäste-Mannschaft auf Plakaten verunglimpft. Die Gastgeber hatten die Partie im Elfmeterschießen gewonnen.

Das Sportgericht hatte die Dresdner bereits am 15. Juli wegen zahlreicher Vorfälle in der abgelaufenen Spielzeit zu einer 20 000-Euro-Geldstrafe und einem Zuschauerausschluss für ein Heimspiel auf Bewährung verurteilt. Diese hob dann der DFB auf, verhängte 60 000 Euro Geldstrafe und eine Teilsperrung des Stadions für ein Spiel.