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| 02:42 Uhr

Dynamo demütigt Aue und Dotchev

Pavel Dotchev über die Kritik: "Ich habe die Verantwortung."
Pavel Dotchev über die Kritik: "Ich habe die Verantwortung." FOTO: dpa
Aue. Pavel Dotchev suchte nach der Demontage gar nicht erst nach Ausreden. "Das war desolat, ich muss bei den Fans für die Leistung entschuldigen. dpa/noc

Das ist sehr deprimierend", sagte der Coach des FC Erzgebirge Aue nach der 1:4 (0:4)-Heimpleite im Sachsen-Derby gegen Dynamo Dresden. Die Auer erlitten im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga nicht nur einen herben Rückschlag. Auch die Kritiker von Dotchev werden wieder lauter. "Das ist normal. So ist das Leben. Ich habe die Verantwortung und muss gerade stehen für diese Situation und Leistung", sagte er.

Aue bleibt durch die zwölfte Saisonniederlage mit 18 Punkten weiterhin Letzter. Dresden, das erstmals seit dem 30. März 1996 wieder im Erzgebirge gewinnen konnte, rangiert mit 34 Zählern auf Rang fünf.

Vor 10 000 Zuschauern sorgten Jannik Müller (16.), Niklas Kreuzer (21.) und Stefan Kutschke (39./45.+2) für den Sieg der Elbestädter im Erzgebirge. Dimitrij Nazarov (60.) markierte für die absolut enttäuschenden Hausherren per Foulelfmeter nur noch den Ehrentreffer. Doch Dynamo-Coach Uwe Neuhaus übte Kritik. Denn die zweite Halbzeit war so gar nicht nach seinem Geschmack. "So kann man nicht Fußball spielen, da habe ich die Freude am Spiel vermisst. Deshalb bin ich fast unzufrieden trotz des Sieges", resümierte er. Aues Calogero Rizzuto und Dresdens Marco Hartmann sahen jeweils ihre fünfte Gelbe Karte und müssen kommende Woche aussetzen.

Die Hausherren hatten sich angesichts der prekären Lage viel vorgenommen. Cheftrainer Dotchev stellte sein Team im Vergleich zum Remis der Vorwoche mit Nazarov und Albert Bunjaku wesentlich offensiver auf, wollte Dresden im 4-3-3-System über raschen. Die erste Viertelstunde verlief ereignislos, nahm dann aber für die Hausherren eine unglückliche Wendung. Erst verwehrte Schiedsrichter Manuel Gräfe den "Veilchen" einen Foulelfmeter, dann traf Dresden im direkten Gegenzug zur Führung. Müller erzielte nach einer Ecke von Kreuzer das erste Mal überhaupt ein Pflichtspieltor für seinen Arbeitgeber. Auch der zweite Dynamo-Treffer war eine Premiere. Kreuzer rundete eine ereignisreiche Woche mit Geburtstag und Vertragsverlängerung ab und erhöhte nach einem Konter auf Pass von Lambertz zum 2:0.

Aue leistete sich haarsträubende Fehler im Spielaufbau. Erschwerend kam die Verletzung von Simon Skarlatidis hinzu, der nach gut 30 Minuten raus musste. Dotchev wechselte direkt ein zweites Mal und stellte sein Team durch die Hereinnahme von Mario Kvesic für Louis Samson noch offensiver auf.

Dresden agierte wesentlich souveräner und stieß nur selten auf echte Gegenwehr. Zwei weitere Standardsituationen reichten letztlich zur Vorentscheidung: Kutschke köpfte die Hereingaben von Philip Heise und Marvin Stefaniak jeweils unhaltbar für FCE-Keeper Martin Männel ein. "Bitter ist, dass uns drei Standardtore das Genick gebrochen haben, da hat gar nichts gepasst, keine Abstände, keine Zweikämpfe", sagte Dotchev. "Das war meine schlimmste Niederlage in meiner Auer Zeit, das schmerzt sehr", sagte der Ex-Cottbuser Männel im Tor der gedemütigten Auer.