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| 10:54 Uhr

Motorsport
Ein Feuerwerk und ziemlich viel Schrott

Die Mercedes-Piloten um Sonntagssieger Gary Paffett (r.) erlebten ein spritziges Lausitzrig-Wochenende.
Die Mercedes-Piloten um Sonntagssieger Gary Paffett (r.) erlebten ein spritziges Lausitzrig-Wochenende. FOTO: Hoch Zwei / Juergen Tap / Juergen Tap
Klettwitz. Die DTM bietet am Lausitzring spektakulären Motorsport. Doch der Zuschauerzuspruch ist geringer als im Vorjahr. Von Jan Lehmann

Mercedes sorgte für ein Abschiedsfeuerwerk – Audi für ziemlich viel Schrott. Das ist das Lausitzring-Wochenende der DTM in Kurzfassung. Die beiden von Edoardo Mortara am Samstag und Gary Paffett am Sonntag machten deutlich, wie schmerzhaft der Ausstieg von Mercedes zu Saisonende für die DTM sein wird. Der Traditionsrennserie werden dann eine Menge Hochkaräter verloren gehen.

Umso wilder schwenkten die Mercedes-Fans auf der zumindest am Sonntag ordentlich gefüllten Haupttribüne auf dem Lausitzring ihre Fahnen mit dem großen silbernen Stern und jubelten über die starken Leistungen ihrer Lieblinge, die in Klettwitz dominierten.

DTM auf dem Lausitzring FOTO: dpa / Lisa Ducret

Dagegen bekamen die Anhänger von Audi nur vorgeführt, dass die Autos ihres Vertrauens zumindest über gute Sicherheitssysteme verfügen. Der spektakuläre Unfall vom Vorjahressieger René Rast war die Schrecksekunde, die zusätzlichen Schrotthaufen von Jamie Green und Nico Müller weitere Ärgernisse für Audi. Bei BMW hingegen dürfte man zufrieden aus der Lausitz abreisen. Timo Glock bleibt weiter Spitzenreiter der Gesamtwertung. Das hatte der ehemalige Formel-1-Pilot vor dem Start in Klettwitz noch als „Traum“ bezeichnet.

Insgesamt erlebten die Zuschauer ein abwechslungsreiches Renn-Wochenende. Dass es dieses Mal wohl deutlich weniger als die 67 500 aus dem Vorjahr waren, erklärte DTM-Sprecher Guido Stalmann unter anderem mit dem abgespeckten Rahmenprogramm. Im Vorjahr warn unter anderem noch das ADAC GT Masters in der Lausitz mitgefahren. Die DTM veröffentlichte keine Zuschauerzahl, Stalmann erklärte: „Der Zuspruch entspricht unseren Erwartungen. Es war sicher etwas weniger als im Vorjahr.“

Die DTM kämpft in diesen Tagen um ihre Zukunft, es wird ein Nachfolger nach dem Mercedes-Abschied gesucht. Sportlich erscheint die Serie aber so frisch wie lange nicht, die vielen Überholmanöver und das enge Fahrerfeld am Lausitzring waren durchaus Werbung für die Traditionsserie, die unter anderem mit der aufkommenden Formel E kämpft. Die Elektrorennserie war am Samstag auf dem nur 112 Kilometer Luftlinie entfernten Tempelhofer Feld gestartet. Etwa 1,46 Millionen Zuschauer sahen bei der Live-Übertragung der ARD zu. Zum Vergleich: Am gleichen Tag hatten bei der Sat.1-Übertragung vom Lausitzring nur 0,47 Millionen Zuschauer eingeschaltet.

Zumindest Mercedes-Pilot Edoardo Mortara konnte froh sein, dass sein Arbeitgeber darauf bestanden hatte, dass der Italo-Schweizer bei der DTM fährt. Mortara ist in dieser Saison schließlich auch als Formel-E-Pilot im Einsatz. Mortara feierte am Samstag seinen ersten DTM-Sieg im Dienste von Mercedes.

Noch größer war die Freude über den Sonntagssieg von Routinier Gary Paffett. Der Brite schwang sich mit dem entscheidenden Überholmanöver gegen Marco Wittmann zum Rekordsieger am Lausitzring auf. Der Mercedes-Pilot, der seit 15 Jahren in der DTM startet, hatte schon 2005, 2009 und 2013 in Klettwitz ganz oben auf dem Podium gestanden. Nun möglicherweise zum letzten Mal.